Pestizidfreie Streuobstwiesen kontra Bienensterben

Die baden-württembergische Landesregierung will jetzt dem Bienensterben im Südwesten Einhalt gebieten. An vielen Orten ist die Zahl der Bienen in den vergangenen Jahren zurückgegangen. „Der Schutz von Wild- und Honigbienen ist daher eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, so das Ministerium.
In vielen Fällen sei der Tod der Insekten auf Pestizide aber auch auf Fehler bei der Bewirtschaftung der Streuobstwiesen (so z.B. bei der Mahd, worauf ich in einem späteren Beitrag noch genauer eingehen werde) zurückzuführen. Deswegen unterstütze das neue Förderprogramm eine ökologische Bewirtschaftung und den Erhalt von Streuobstwiesen. Dadurch wird die Gefahr von Vergiftungen bei unseren Wild- und Honigbienen reduziert. Um den Tieren genug Futter zu bieten, sollen zusätzlich bienenfreundliche Blühmischungen gesät werden.

Der Trend zu einem in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlichen Rückgang von Imkern hat sich zwischenzeitlich umgekehrt: Immer mehr Menschen interessieren sich wieder für Bienen und die Imkerei.

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Ohne die Bestäubung sämtlicher Pflanzen würde sich ein ernsthaftes Problem ergeben. Der volkswirtschaftliche Wert der Bienen wird vom Naturschutzministerium auf bundesweit 2,5 Milliarden Euro im Jahr beziffert. Und die chinesische Variante der Bestäubung ist nicht unbedingt erstrebenswert: den Gang von Blüte zu Blüte mit Wattestäbchen wollen wir uns doch ganz gerne ersparen. Ganz zu schweigen vom fehlenden Honig!
Doch die „Bestäuber“ im Land sind in Gefahr:
Milbenbefall, Krankheiten, Pflanzenschutzmittel und die Zerstörung des Lebensraums bedrohen die Insekten. So wird befürchtet, dass in diesem Jahr überdurchschnittlich viele Völker durch den Befall von Varroamilben (= ein aus Asien eingeschleppter Parasit) zugrunde gehen könnten. Diesem Problem muss möglichst ohne Pestizide begegnet werden: Der Entwicklung alternativer Präparate kommt eine wichtige Rolle zu. Die Regierung unterstützt die Forschung bei der Bekämpfung solcher Bienenschädlinge. Umso wichtiger ist es, den Insekten ein vielfältiges, reichhaltiges und giftfreies Umfeld wie die Streuobstwiesen zu bieten.

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Der Naturschutzbund Nabu begrüßt die Maßnahmen des Landes um den Einsatz von Pestiziden einzudämmen und den Erhalt der überwiegend natürlich bewirtschafteten Streuobstwiesen  zu fördern und zu unterstützen.

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Aber auch der großflächige Einsatz „chemischer Keulen“ auf den Ackerflächen muss dringendst eingedämmt werden. Gehen die Bestände von Bienen zurück, ist das ein ernstzunehmendes Warnsignal: Bienen gelten als fliegende Umweltmessstationen.
Die Imkerei hat im Land traditionell große Bedeutung. Der überwiegende Anteil der rund 18 000 Imker im Land betreibt die Imkerei als Hobby. Sie halten an die 160 000 Bienenvölker, viele Stöcke sind im Bereich von Streuobstwiesen aufgestellt. Laut Ministerium ist die Biene im Südwesten nach Rind und Schwein das wichtigste Nutztier.

Gerne übersehen und daher oftmals nicht sonderlich beachtet werden die Wildbienen und deren Probleme nach der Mahd.

Wildbiene

Über den beachtlichem Umfang an deren Bestäubungsleistung und über die Wildbienen der Streuobstwiesen selbst werde ich in einem meiner nächsten Beiträge etwas ausführlicher berichten.

Bei uns gibt es sie noch. Die Bestäuber die dafür sorgen, dass von unseren (pestizidfreien) Streuobstwiesen (pestizidfreies) Obst und reiner Honig kommt.

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Und dass es sie gibt, musste ich bei meinen Recherchen hautnah erfahren!!!

Die eine oder andere Biene war über meine Annäherung an ihre Behausung überhaupt nicht begeistert und lies es mich schmerzhaft spüren.
Aber sogar dafür wächst hier reichlich Gegenmittel: Der Spitzwegerich

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muss nur gepflückt, zwischen den Händen verrieben und dann mit dem austretenden Saft über die Einstichstelle gerieben werden:

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Innerhalb kürzester Zeit lässt der Schmerz nach und die Schwellung wird gebremst (wirkt übrigens auch bei Wespenstichen, Stechmücken und ähnlichen Spaßbremsen an Sommerabenden). Natur sei Dank!

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