Sommer 2015 –Unterwegs im Wohnmobil und Charterboot in Deutschlands Nordosten

Bereits zum 3. Mal verbrachten wir unseren Urlaub nun auf diese faszinierende, ungewöhnliche und total entschleunigende Art und Weise.
Mit dem Wohnmobil von Zuhause aus in aller Ruhe Richtung Nordosten (Mecklenburg-Vorpommern/Brandenburg), dann 2 Wochen mit dem Boot auf den Seen und Kanälen der Seenplatte „weg-von-allem-total-herunterfahren”,

... auch für den Hund!

… auch für den Hund!

anschließend wieder mit dem Wohnmobil in den Spreewald und über Dresden und Kulmbach (Brauerei) wieder zurück nach Hause.
Mitgebracht haben wir von dieser Reise außer totaler Entspannung und voll aufgeladenen Batterien auch viele wunderschöne Erinnerungen und natürlich auch wieder viele schöne Fotos.

Wie gewohnt können die Bilder durch direktes Anklicken vergrößert werden. Zum Bericht kommt ihr wieder über die Zurück-Pfeiltaste.

Nico ist dieses Mal auch wieder dabei. Wenn’s um’s Boot fahren geht hält ihn nichts Zuhause.
Hiervon möchten wir Euch mit diesem Reisebericht etwas teilhaben lassen. Begleitet uns doch einfach jetzt nachträglich ein wenig auf dieser wunderschönen Tour.

Los ging’s am Freitag, 21.08.2015 bei uns in Hochdorf.
Kurz nach 15:00 Uhr starteten wir (nach Erledigung der Restarbeiten in der Firma), um an diesem Tag noch ein paar Kilometer zu machen und genügend zeitliche Reserven bis zur Übernahme unserer gecharterten Yacht in der Marina Wolfsbruch in der Nähe von Rheinsberg zu haben.
Wir hatten als Etappenziel den uns von früheren Stopps her bereits bekannten Stellplatz in Mellrichstadt ausgewählt unter Vorbehalt einiger „Ersatzplätze“ in der Nähe, da in Mellrichstadt nur 7 oder 8 Stellmöglichkeiten vorhanden sind.
Über die A8 bis Leonberg, die A81 bis zum Dreieck Würzburg West, die A3 in östlicher Richtung bis zum Kreuz Biebelried, weiter auf der A7 bis Schweinfurt-Werneck, ein kleines Stückchen auf der A70 bis zum Dreieck Werntal gelangen wir auf die ganz toll zu fahrende A71 (welche uns später im weiteren Verlauf durch ewig lange Tunnels, z.B. den Rennsteigtunnel bei Oberhof bis Sangerhausen zur A38 führt). Die A71 ist für mich immer wieder eine tolle Alternative zu den ständig staugefährdeten A7 und A9.
Aber Vorsicht: Haltet euch unbedingt an die vorgegebenen Geschwindigkeitsbegrenzungen – Blitzer ohne Ende! Auch in den Tunnels!
Für heute ist an der Ausfahrt ‚Mellrichstadt’ genug, wo wir nach einem kurzen Stück Landstraße zum am Ortsrand gelegenen Stellplatz gelangen (heutige Tagesstrecke ca. 260 km).

Wir haben Glück – es sind, jetzt um 19:20 Uhr, noch 3 Plätze frei.
Schnell eingeparkt, auf die Keile rauf, Stützen runter – fertig für heute. Strom gibt’s zwar auch, brauchen wir aber für heute Nacht keinen!

Stellplatz Mellrichstadt - klein aber fein

Stellplatz Mellrichstadt – klein aber fein

Dann aber erst mal eine Runde mit Eros Gassi gehen während Heidi das Abendessen richtet.
Das Ortszentrum mit einigen Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten ist zwar in fußläufiger Entfernung, aber heute möchten wir lieber im Womo zu Abend essen und danach noch eine schöne Runde mit Eros gehen (hier gibt’s tolle Spazier- und auch Wandermöglichkeiten).

Der Stellplatz ist kostenfrei, bietet Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten (auch Müll), einiges an Infomaterial zum Ort und zur Gegend und ist einigermaßen ruhig gelegen (außer ein paar Bauern mit ihren Traktoren und dem ab und zu mal vorbeifahrenden Zug ist nicht viel los).
Noch das eine oder andere Gläschen Wein/Bierchen und dann ab in die Kojen – gute (erste Urlaubs-) Nacht!

Samstag, 22.08.2015
Super ausgeschlafen verlassen wir den Platz nach der Gassirunde, dem Frühstück und Aufräumen und nach dem Entsorgen um 10:20 Uhr.
Wie schon geschrieben geht’s auf der A71 weiter nordwärts vorbei an Erfurt bis zur A38 bei Sangerhausen.
Hier gibt es den bekannten ‚Rosenpark’ (Rosarium). Übernachtungsmöglichkeiten sind (einige Gehminuten entfernt) vorhanden (großer, ruhiger Parkplatz), der Ort ist annähernd tot – ich habe früher schon mal darüber berichtet.
Wir fahren jedoch weiter auf der A38 über Halle zur A9 Richtung Berlin bis zum Dreieck Potsdam und auf der A10 über Werder und Falkensee zum Dreieck Havelland. Das letzte Autobahnstück verläuft auf der A24 bis Neuruppin. Von hier aus „rütteln“ uns mehr oder weniger gute, manchmal etwas enge aber sehr schöne Landstraßen (z.T. Alleen) über Rheinsberg und den Flecken Zechlin zur Marina Wolfsbruch, wo wir unser Womo während unsere Bootstour für 14 Tage abstellen werden (20,00 Euro die erste, 10,00 Euro die zweite Woche).

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Aber zuerst werden wir hier noch für 2 Nächte im Wohnmobil verbringen.
Hier ist auch ein Womo-Stellplatz (10,–/Nacht inkl. Frischwasser und Nutzung des Sanitärgebäudes des Yachthafens aber ohne Entsorgungsmöglichkeit).

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Mehrere Restaurants, Pizzeria und Bäckerei sind vorhanden.

Sonntag, 23.08.2015
Den heutigen Tag verbringen wir im und um den Yachthafen herum und warten auf unser Boot, welches zurzeit noch anderweitig vermietet ist.

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Ab Montag haben wir es gechartert und können es im Lauf des Tages, nach erfolgter Abnahme, Reinigung etc. übernehmen.
Wir unternehmen kleine Spaziergänge durch die Marina, zur Schleuse und erforschen die nähere Umgebung.

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Das Wetter ist herrlich, fast schon zu heiß – aber zum Bootfahren könnte es gerne so bleiben.

Montag, 24.08.2015
Nach einer nicht ganz gut durchschlafenen Nacht (viel zu warm) stehen wir voller Erwartung auf – aber unser Boot ist immer noch nicht da!
Also erst mal Gassigehen mit Eros, Brötchen holen, Frühstücken und warten.
Dann – plötzlich bei einem Rundgang sehe ich sie – unsere ‚Bea’.

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'Bea' - Unser Zuhause für die kommenden 2 Wochen

‘Bea’ – Unser Zuhause für die kommenden 2 Wochen

Jetzt muss sie noch abgenommen werden, betankt und gereinigt.
Irgendwann am Nachmittag erfolgt eine grobe Einweisung (eine detailierte oder gar den Charterschein benötigen wir nicht, da ich bereits vor Jahren die Prüfungen zu diversen Sportbootführerscheinen absolviert habe und vieles im Boot von der Funktion her gleich oder ähnlich ist wie im Womo), noch eine kleine Testfahrt – und sie ist für die nächsten 14 Tage unsere.
Jetzt heißt’s, das ganze benötigte Geraffel um-/einladen und ein-/aufräumen.
Der erste Abend hat’s dann gleich in sich.
Unsere Nachbarn, eine 4-köpfige Männergruppe, verbringt ebenfalls den ersten Tag auf ihrem Charterboot.
Und das muss gefeiert werden, Boot an Boot, Deck an Deck.
Die Nachbarn verbrauchen gleich schon mal am ersten Abend einen Teil ihrer Kaution, da sie Teile des Mobiliars zerlegen.
Laut war’s, lustig war’s, spät war’s. Geht ja schon mal gut los, unser „chill down“ – Urlaub.
Die erste Nacht verbringen wir zwar schon auf dem Boot, aber noch am Anleger, um sicher zu gehen, dass wir auch wirklich alles Benötigte an Bord haben (haben wir dann zwar doch nicht aber zumindest das meiste).
Und außerdem sind Alkoholfahrten auch mit dem Boot untersagt  :-)

Dienstag, 25.08.2015
Die erste Nacht ist rum. Gut geschlafen haben wir.
Und nach dem Gassigang mit Eros soll’s dann jetzt aber auch endlich los gehen.
Aufräumen vor der Abfahrt fällt ab sofort flach.
Frühstück machen und frühstücken geht auch unterwegs.
Auf dem Boot geht alles so gemächlich und ruhig ab, dass essen, trinken, kochen, aufräumen und, und, und so ganz nebenbei und jederzeit und von jedem nach Bedarf und Lust und Laune erledigt werden kann (und zumindest von uns auch so erledigt wird).
Kurz vor 9:00 Uhr werfen wir den Diesel an.
Also – erst mal bis zur Gewöhnung an das Boot und dessen Reaktionen (ist aus Stahl und wiegt immerhin an die 10 Tonnen) eher vorsichtig tastend – weg vom Anleger, raus aus dem Sportboothafen und rein in den Kanal.
Und da ist sie auch schon: die erste „Kammer des Schreckens“ (die erste Schleuse).
Ist aber alles halb so wild. Wir kennen das ja alles schon von früheren Bootsurlauben her, aber auch absolute Anfänger können das, entsprechende Vorbereitung (Leinen und Bootshaken bereit, Fender raus), Ruhe und Gelassenheit vorausgesetzt locker bewältigen. Und mit jeder Schleuse geht’s besser. Und ich kann versprechen: je nach gewählter Route werden noch viele, sehr viele kommen.
Die Wartezeit hier nutzen wir dann auch gleich zum Frühstück machen und teilweise auch zum frühstücken.
Dann geht’s so nach und nach weiter bis vor zur Schleuse (kann auch mal dauern weil da meist nur 3 oder 4 Boote reinpassen).
Aber egal. Wir können ja nebenbei auch fertig frühstücken.
Beim Bootfahren gibt’s keine Hektik und keinen Stress. Zumindest selten. Sollte zumindest selten. Naja – nicht oft. Oder so …
So kommen auch wir mal durch die Schleuse und weiter auf dem Wolfsbrucher Schleusenkanal zur Müritz-Havel-Wasserstraße durch den Kleinen Pälitzsee zur Schleuse Strasen. Nach knapp 30 Minuten sind wir durch und fahren weiter Richtung Ellbogensee.
Aber dann geht’s auch schon los! Kaum durch die Schleuse durch beginnt die schleichende Meuterei.

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Ein Teil der Mannschaft übernimmt das Ruder, mir bleiben nur noch die Parts beim Anlegen und in den Schleusen und zusammen mit Heidi beim Fender vorbereiten und Leinen sortieren.
Naja – habe ich schon ein bisschen mehr Urlaub – auch gut!
Über den Ellbogensee gelangen wir zum Ziernsee und suchen uns ein Ankerplätzchen zum Baden, Kochen und Essen. Da es noch früh am Tag ist und uns dieser Ankerplatz wegen dem angekündigten Wind auch nicht ideal zum Bleiben/Übernachten erscheint (beim Bootfahren entscheidet bei uns wie auch im Womo oft das „Bauchgefühl“, egal wie schön es irgendwo ist), fahren wir gegen13:00 Uhr weiter auf der Havel, bringen die Schleusen Steinhavel und Fürstenberg

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hinter uns.
Zwischenzeitlich befahren wir die Obere Havel-Wasserstraße

Eros voll im Urlaub

Eros voll im Urlaub

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und erreichen nach Durchfahrt des Stoplsees gegen 16:30 Uhr bei einer steifen Brise das Bootshaus Himmelpfort, wo wir einen Liegeplatz für die Nacht ergattern, anlegen und festmachen.

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In letzter Sekunde bevor der Fischer seinen Verkauf dicht macht (hat eigentlich schon zu, öffnet für uns aber nochmal) erreichen wir sein Geschäft und sichern uns noch geräucherten Lachs und geräucherte Forellen – ergibt mit einen frischen Bier ein geiles Abendessen an Bord!
Nach einer ausgiebigen Gassirunde mit Eros verbringen wir einen gemütlichen Abend an Bord unserer ’Bea’ bei ein paar Spielchen, ein paar Seiten im Buch und ein paar Gläschen Wein/Cola etc.
Dann begeben wir uns in die Kojen und lassen wir uns in einen tiefen Schlaf schaukeln.

Mittwoch, 26.08.2015
Nach einer fest durchschlafenen Nacht wird Frühstück gemacht, mit Eros Gassi gegangen und nach dem Frühstück gegen 10:50 Uhr in See gestochen. Von hier aus kommt man auch zum Lychensee, ein wunderschöner See mit vielen Möglichkeiten zum frei Anlegen oder vor Anker liegen. Aber jetzt wollen wir erstmal weiter, die Havel entlang.

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Charterbootfahren auf den Kanälen und Seen ist definitiv 'stressless'!

Charterbootfahren auf den Kanälen und Seen ist definitiv ‘stressless’!

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... auch für den Hund!

… auch für den Hund!

Ein kleines Stückchen über den Stolpsee kommen wir schon bald zur nächsten Schleuse: Bredereiche.
Jetzt geht’s Schlag auf Schlag: Eine Schleuse folgt auf die andere, alle mit Selbstbedienung (hört sich abenteuerlich an, ist aber wirklich kein Hexenwerk).

Bedienungsanleitung inklusive

Bedienungsanleitung inklusive

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Wir waren schon mehrfach hier unterwegs, aber diese Ecke fasziniert doch immer wieder: Die Havel hat sich hier trotz Regulierung durch Wehre und Schleusen ihren ursprünglichen Lauf erhalten und schlängelt sich durch Wiesen und Weiden mit teilweise steil aufsteigenden, bewaldeten Ufern.
Manchmal hat das hier einen leicht skandinavischen Touch.

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Schaut man sich etwas um glaubt man, die anderen Boote würden über die Wiesen fahren.  Die Gegend ist relativ dünn besiedelt, es leben hier teilweise noch Biber, Fischotter und zahlreiche Wasservogelarten.
Es ist jetzt 13:00 Uhr und wir möchten erst mal bei der Schleuse Regow fest machen und im Capriolenhof zu einem deftigen Vesper (u.a. Ziegenkäse, herzhaftes Brot, Getränke) einkehren.

Anlegemöglichkeit an der Schleuse

Anlegemöglichkeit an der Schleuse

Pause beim Capriolenhof

Pause beim Capriolenhof

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So gestärkt geht’s dann gegen 14:15 Uhr weiter. Wir passieren die Schleusen Zaaren und Schorfheide und gelangen schließlichzum Abzweig in die Templiner Gewässer Richtung Templin (auf der Havel weiter würde man nach Zehdenick gelangen – waren wir aber schon, daher diesmal diese Richtung).

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Zwischendurch ein kleiner Einblick ins Boot: Ganz vorne hinter der Türe die Bugkabine von Nico, davor die Küche (Pantry)  und der Essplatz ...

Zwischendurch ein kleiner Einblick ins Boot: Ganz vorne hinter der Türe die Bugkabine von Nico, davor die Küche (Pantry) und der Essplatz …

... und hinterm 'Salon' (achtern) unsere Kabine. Oben das 'Sonnendeck'

… und hinterm ‘Salon’ (achtern) unsere Kabine.
Oben das ‘Sonnendeck’

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Es ist jetzt kurz nach 16:00 Uhr und wir möchten uns so langsam nach einer Übernachtungsmöglichkeit umsehen. Geeignet hierfür erscheint uns der ‚Große Kuhwallsee’ und tatsächlich finden wir nach abchecken der Windverhältnisse und Wassertiefe ein geeignetes Plätzchen (Landgang mit Eros sollte auch möglich sein, also sollte eine Anlegestelle für’s Schlauchboot vorhanden sein (Eros ist nicht gerade ein begeisterter Schwimmer – er lässt sich zum „Geschäft verrichten“ lieber chauffieren.

Anlegen zum Landgang

Anlegen zum Landgang

"Fährmann hol rüber!"

“Fährmann hol rüber!”

Frauen und Technik :-) Dann halt mit Muskelkraft

Frauen und Technik :-)
Dann halt mit Muskelkraft

Die Stelle ist perfekt, der Anker ist unten und entprechend festgezogen dass er hält – hier bleiben wir.
Baden, Gassigang, Kochen/Essen und ein gemütlicher Abend an Deck und später noch unten – so muss es sein!

Herrliche Sommerabende an Deck - erstaunlich Mückenfrei!

Herrliche Sommerabende an Deck – erstaunlich Mückenfrei!

Und dann ab in die Kojen auf eine gute Nacht.

Donnerstag, 27.08.2015
Eros darf nochmal schnell raus und nach einer Tasse Kaffee geht’s gegen 8:50 weiter. Das Wetter passt auch heute wieder.
Während der Wartezeit an der Schleuse Kannenburg, wo wir schon um 9:00 Uhr festgemacht haben, wird das Frühstück zubereitet.

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Durch die Schleuse durch (Kannenburg ist eine alte Schrägwandschleuse auch Trogschleuse genannt, welche noch komplett in Handarbeit betätigt wird) machen wir dann nochmals fest.

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Hier frühstücken wir in aller Ruhe, außerdem kann Eros hier auch nochmal schön raus.

Wir befinden uns jetzt in den „Templiner Gewässern“, kommen durch den Lankensee (wo wir ein paar schöne Liegemöglichkeiten erspähen, welche wir auf der Rückfahrt näher inspizieren möchten), durchfahren den Röddelinsee und gelangen wieder in eine sehr schöne, teilweise einsam und wild anmutende und recht enge Strecke.

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Eng aber schön.

Eng aber schön.

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Gegenverkehr!

Gegenverkehr!

Aber passen tut's immer - man hat sich im Visier!

Aber passen tut’s immer – man hat sich im Visier!

Da die zulässige Höchstgeschwindigkeit hier max. 6 km/h beträgt, ist auch Gegenverkehr hier kaum ein Problem, selbst wenn (wie auf der Rückfahrt geschehen) ein Fahrgastschiff entgegen kommt – Nico hat das mit Bravour gemeistert. Notfalls an Engpässen (als „Bergfahrer“ sowieso) langsam machen und anhalten, wie es beim Bootfahren eh’ keine Hektik geben sollte und alles etwas gemächlicher abgeht.

Der Kirchturm deutets an – Templin ist nicht mehr weit.

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Und schon sind wir an der Schleuse Templin (10:55 Uhr), wobei mir die Zufahrt eigenartig schräg vorkommt.
Und ausgerechnet hier erreicht die schleichende Meuterei ihren Höhepunkt: Nico will jetzt auch mal eine Schleuse selbst fahren. Ich klinke die Gedanken an die hinterlegte Kaution aus – was soll’s, schließlich kann ja auch ich mal ne Macke in den Kahn fahren und übergebe das Ruder.

Ausgerechnet hier werde ich des Kommandos enthoben.

Ausgerechnet hier werde ich des Kommandos enthoben.

Ab sofort habe ich Urlaub bzw. übernehme Hilfsarbeiten: Ich bin nur noch für Fender, Leinen und Anker zuständig, vergesse eigenständiges Denken und Handeln und arbeite nur noch nach Anweisung.
Eigentlich gar nicht so übel.

Nico meistert die Schleuse als ob er das schon -zig Mal getan hätte (hatte ja auch einen guten Lehrmeister (Schulterklopf) und so klappern wir ein paar Anleger in Templin ab, weil wir hier bleiben möchten.
Entschieden haben wir uns für den Stadthafen, wo wir um 12:00 Uhr festmachen.

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Von hier aus kommt man am besten zu Fuß in die Stadt, es gibt Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten und überhaupt ist Templin einen Besuch wert (leider reihte sich zum Zeitpunkt unseres Besuchs Baustelle an Baustelle – die Straßen und Gehwege werden scheinbar gerade jetzt alle auf einen Schlag neu gepflastert).

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Die Schleuse von der Straßenbrücke aus gesehen

Die Schleuse von der Straßenbrücke aus gesehen

Nach einem schönen Fischteller im in direkter Hafennähe gelegenen Restaurant und einem Eis in der Eisdiele in der Stadt bleiben wir für den Rest des Tages im Boot, zumal das Wetter zusehends schlechter zu werden scheint.

Freitag, 28.08.2015
Kurz vor 11:00 Uhr geht’s weiter durch den Templiner Stadtsee Richtung Fährsee. Laut unseren Gewässerkarten und dem Törnatlas soll es hinten im Fährsee außer absolut sauberem Wasser zum Baden auch wunderschöne Plätze zum freien Liegen geben. Bedenken haben wir allerdings bezüglich der Durchfahrtshöhe der Straßenbrücke ‚Fährkrug’. Diese beträgt laut unseren Karten 3,60 mtr.
Tja – wir sind 3,70 mtr. hoch.
Da es zur Zeit relativ trocken ist könnten wir wegen etwas niedrigerem Wasserpegel Glück haben und durchpassen. Nur regnen darf’s dann nicht, sonst wäre uns der Rückweg abgeschnitten. Also los – versuchen wir’s einfach mal.
Einmal quer durch den Stadtsee passen wir noch locker unter der Eisenbahnbrücke ‚Fährkrug’ durch, dann kommt aber die Straßenbrücke.
Nico hat die Anweisung, sich der Brücke in absolutem Schneckentempo zu nähern.
Ich seh’ schon von Weitem, dass das wohl nicht passen wird! Also langsam ran und tatsächlich: Wir haben einen Klebestreifen an der Antenne der uns anzeigt, wo es noch durchpassen würden. Aber hier geht nichts. Ungefähr 5 cm fehlen uns! Also sofort hart aufstoppen und zurück. Jetzt könnten wir das Verdeck ja abklappen aber dazu haben wir auch keine Lust.
Also beschließen wir einstimmig zurück zu fahren und uns irgendwo unterwegs ein schönes Plätzchen zum Bleiben zu suchen.
So fahren wir zurück durch den Templiner Stadtsee, passieren wieder die Schleuse Templin

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um uns den Lankensee welcher uns ja schon auf der Herfahrt so positiv aufgefallen ist, einmal näher anzusehen.
Nach einer Runde durch den See finden wir ein ideales Plätzchen zum Ankern.

Ein herrliches Plätzchen zum Bleiben ...

Ein herrliches Plätzchen zum Bleiben …

Kurz einen Kreis um den gewählten Ankerplatz herum zum Abchecken der Wassertiefe gedreht, lassen wir den Anker runter und sorgen dafür, dass er sitzt. Und schon sind wir da!

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... mit wunderschöner Abendstimmung ...

… mit wunderschöner Abendstimmung …

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Samstag, 29.08.2015
Unser Ankerplatz ist so ruhig und schön und außerdem ideal zum Anlegen mit dem Schlauchboot (Landgänge mit Eros), dass wir uns zum Bleiben entscheiden.

Hier möchten wir, auch des wunderbaren Wetters wegen, noch einen kompletten Chill- und Badetag einlegen.

Der nächste Morgen...

Der nächste Morgen…

... Wetter total zum frühstücken ...

… Wetter total zum frühstücken …

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... baden (mit Begleitschutz) ...

… baden (mit Begleitschutz) …

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... und herumblödeln.

… und herumblödeln.

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Sonntag, 30.08.2015
Heute fahren wir die komplette Strecke zur Havel und auf dieser durch die Schleusen Schorfheide, Zaaren, Regow und Bredereiche zurück nach Himmelpfort.

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An der Schleuse Regow lassen wir Heidi vor der Schleuse raus. Sie möchte zu Fuß zum Capriolenhof gehen, um dort noch schnell ein paar Stückchen Käsekuchen zu kaufen.
Nico und ich passieren so lange die Schleuse, legen hinter dieser kurz an um Heidi dort (mit Käsekuchen) wieder aufzunehem. Böse Stimmen spekulieren jetzt was wohl gewesen wäre, wenn sie keinen Käsekuchen bekommen hätte …
Kurz vor der Schleuse Bredereiche wird der Himmel dunkel und dunkler und das drohende Gewitter scheint unvermeidbar.

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Sieht heftig aus!

Sieht heftig aus!

Das Wetter hält – allerdings nur genau bis zur Schleuse, wo man gezwungenermaßen an Deck sein muss, um die Leinen zu halten. Zumindest ich am Bug (habe ja nur noch Hilfsarbeiten zu verrichten, nachdem Nico das Kommando an Bord übernommen hat) stehe im Freien, Heidi und Nico unterm Verdeck.
Pitschenass komme ich aus der Schleuse aber egal – kalt ist es ja glücklicherweise nicht.
In Himmelpfort legen wir diesmal nicht am Bootshaus an sondern am Anleger am Kanal vor der Schleuse Himmelpfort.
Es ist ein super Plätzchen mit Grünflächen direkt neben dem Boot, wo auch Eros wunderbar raus kann. WC und Sanitäranlagen sind ebenfalls vorhanden.

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Schöne Wege führen in das Dörfchen (mit Poststation des Weihnachtsmanns) wo man sich auch im Einkaufslädchen mit dem Wichtigsten, u.a. auch mit Frühstücksbrötchen, versorgen kann.

Montag 31.08.2015
Vor einigen Jahren waren wir schon mal mit unserem eigenen Boot oben im Lychensee. Ein traumhaft schöner See mit einigen kleinen Inselchen und herrlichen Liegeplätzen. Und ganz hinten ist der Ort Lychen mit Liegeplätzen in Ortsnähe. Und Pfifferlinge gab’s damals im Wald – traumhaft. Die sind einem fast in die Körbe gesprungen!
Aber die ‚Bea’ , unser jetziges Boot ist mit einer Höhe von 3,70 mtr. (mit aufgebautem Verdeck) für diese Tour zu hoch.
Also fahren wir wieder durch den Stolpsee und den Baalensee  vorbei an Fürstenberg durch die gleichnamige Schleuse. Dann kommt noch die Schleuse Steinhavel und wir sind um 14:00 wieder im Ziernsee, wo wir den Rest des Tages und die Nacht wiederum vor Anker verbringen werden.

Wieder mal ein idealer Ankerplatz mit Möglichkeit zum Landgang.

Wieder mal ein idealer Ankerplatz mit Möglichkeit zum Landgang.

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Besuch ...

Besuch …

... und ein super Sonnenuntergang

… und ein super Sonnenuntergang

Dienstag, 01.09.2015
Nach einer Badeeinlage und dem Frühstück verlassen wir gegen 11:00 Uhr unseren Ankerplatz Richtung Neustrelitz (wohlwissend, dass wir auch dort nicht unter der Brücke durch passen werden). Zum Verdeckabbau haben wir nach wie vor keine Lust.
Aber jetzt wollen wir sowieso erstmal zum Fischer nach Ahrensberg.
Also los durch den Rest des Ziernsees und durch den Ellbogensee vorbei an Priepert (mit schönem Yachthafen, einem günstigen Campingplatz direkt am Wasser fürs Womo und einem Stellplatz – an allen 3 Plätzen waren wir schon). Aber leider gibt der Ort an sich gar nichts her – nicht mal Einkaufsmöglichkeiten gibt’s.

Weiter geht’s durch den großen Priepertsee die Havel hoch zum Finowsee (gute Möglichkeiten zum nervige Paddler versenken :-),

denn sie wissen nicht was sie tun ...

denn sie wissen nicht was sie tun …

unter der Holzbrücke durch

Sieht zwar nicht danach aus - aber es passt (grad so)!

Sieht zwar nicht danach aus – aber es passt (grad so)!

Solche Flöße wie hier im Vordergrund kann man auch chartern - ist bestimmt lustig! Im Hintergrund das Gelände der Fischerei Ahrensberg.

Solche Flöße wie hier im Vordergrund kann man auch chartern – ist bestimmt lustig!
Im Hintergrund das Gelände der Fischerei Ahrensberg.

und schon liegt linker Hand das Gelände der Fischerei. Hier legen wir um 12:15 Uhr an und machen Mittagspause.

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Gut gestärkt tuckern wir um 13:15 Uhr weiter durch den eher langweiligen Kammerkanal, durch die Schleuse Wesenberg und finden am Stadtanleger Wesenberg (mit Womo-Stellplatz) um 14:30 Uhr noch ein angenehmes Plätzchen zum Bleiben.

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Von hier aus ist es ein schönes Stückchen Fußmarsch zum Einkaufen nach Wesenberg was aber nicht nur Eros mal wieder so richtig gut tut.
Am Abend gibt’s dann noch eine leckere Kleinigkeit und ein, zwei schöne Bierchen im Imbiss beim Anleger und später noch ein paar gemütliche Minuten an Bord, bevor wir uns in die Kojen werfen.

Mittwoch, 02.09.2015
Jetzt noch den Versuch zu starten nach Neustrelitz zu fahren wäre uns definitiv zu stressig (obwohl das Städtchen eigentlich einen Besuch Wert wäre).
Daher fahren wir wieder zurück vorbei am Fischer und an Priepert über die Müritz-Havel-Wasserstraße

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Eros läuft zwischenzeitlich im totalen Urlaubsmodus

Eros läuft zwischenzeitlich im totalen Urlaubsmodus

durch die Schleusen Canow und (hinter dem Labussee) Diemitz,

Für Verpflegung wird auch unterwegs gesorgt

Für Verpflegung wird auch unterwegs gesorgt

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Vorbei an den alten Bootshäusern (können auch für Urlaubsaufenthalte gemietet werden).

Vorbei an den alten Bootshäusern (können auch für Urlaubsaufenthalte gemietet werden).

durch den Vilzsee und Zotzensee und die Schleuse Mirow zum Anleger beim Bootsservice Rick an der Schlossinsel (waren wir schon ein paar Mal sowohl mit Boot als auch mit dem Womo).
17:00 Uhr – Feierabend!
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Ist ein sehr schöner Liegeplatz mit kleinem Lädchen (Brötchenservice) und schönen Möglichkeiten, sich die Füße zu vertreten.
Am Kanal  kurz vor dem Anleger ist auch wieder ein Fischer mit Imbiss und Verkauf.

Fischimbiss am Kanal

Fischimbiss am Kanal

Donnerstag, 03.09.2015
Heute bleiben wir nochmal hier in Mirow.
Im Ort gibt’s gute Einkaufs- und Einkehrmöglichkeiten (sehr empfehlenswerter Fischimbiss im Hof an der Durchgangsstraße).
Einzig von dem Besuch der Abzock-Schmuddelpizzeria mit Eisdiele möchte ich dringlichst abraten!!!
Am besten Rick fragen!

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Freitag, 04.09.2015
Heute haben wir nicht all zu viel vor.
Es hat etwas geregnet, aber jetzt ist das Wetter wieder ganz OK. Also verlassen wir Mirow kurz vor 12:00 Uhr um uns nochmals ein freies Ankerplätzchen zu suchen.
Da die Zeit mit ‚Bea’ so langsam zu Ende geht, möchten wir’s jetzt noch etwas ruhiger angehen lassen und die letzten Möglichkeiten zum Chillen – und vor allem so lange das Wetter noch mitspielt – zum Baden nutzen.
Bereits nach 1 Stunde gemütlicher Fahrt entdecken wir zwischen dem Vilzsee und der Schleuse Diemitz den etwas versteckten ‚Großer Peetschsee’.
Das Wetter ist wieder richtig gut, also biegen wir kurz entschlossen rechts ab und fahren ganz nach hinten an eine windgeschützte Stelle im See.

Hier finden wir bestimmt ein Plätzchen zum Bleiben!

Hier finden wir bestimmt ein Plätzchen zum Bleiben!

Eine mit dem Schlauchboot gut erreichbare Anlegestelle für Landgänge gibt’s auch, also werfen wir den Anker.

Landgang gesichert!

Landgang gesichert!

Fast nix los hier.

Fast nix los hier.

Tagsüber ist es noch herrlich zum Baden und in der Sonne zu liegen, aber abends wird es jetzt schon recht kühl

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und so ist es ganz OK, dass das Charterende naht, denn es gibt kaum etwas schöneres als bei dieser absoluten Stille (von den manchmal fast unheimlichen Geräuschen, welche die Tiere im Wald machen mal abgesehen) Abends auf dem Deck zu sitzen. Jetzt wird es aber von den Temperaturen und von der Feuchte her eher ungemütlich, so dass wir uns schon früh nach unten verziehen.

Außerdem scheint sich Eros jetzt auch noch Gedanken über die Machtübernahme zu machen.

Außerdem scheint sich Eros jetzt auch noch Gedanken über die Machtübernahme zu machen.

Samstag, 05.09.2015
Im Internet kündigt der Wetterbericht Regen und stark böigen Wind an.
Übergabe von ‚Bea’ ist zwar erst am Montag vormittag, aber da wir jetzt extrem „heruntergefahren und entschleunigt“ sind, möchten wir jeden unnötigen Stress vermeiden.
Daher beschließen wir gemeinsam, Richtung Marina Wolfsbruch zurück zu fahren und dort noch in aller Ruhe am Anleger zu bleiben.
Also verlassen wir kurz vor 11:00 Uhr unseren Ankerplatz und fahren durch die Schleuse Diemitz, den Labussee, die Schleuse Canow und den Canower See.
Der Wind frischt jetzt tatsächlich deutlich auf und im Wolfsbrucher Schleusenkanal weht’s jetzt so heftig, dass vor uns so ein paar – sorry – Charterkisten herumeiern und an der Schleuse Wolfsbruch beim Festmachversuch sogar quer im Kanal stehen (die Mieter dieser Boote können allerdings nichts dafür, dass die Einweisung dieser Massenvercharterfirmen in die Handhabung der Boote äußerst dürftig, mangelhaft und viel zu oberflächlich vorgenommen wird. Hauptsache es geht schnell!).

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Nachdem sich dann alle wieder sortiert und die Schleuse gemeistert haben, steht die letzte Herausforderung bei diesem Wind an: Die Einfahrt in die Marine Wolfsbruch. Nico lässt’s langsam angehen und beobachtet in aller Ruhe das Chaos vor uns. Nachdem wieder Ruhe eingekehrt ist tuckern wir gemütlich durch die Hafeneinfahrt und machen direkt an der Tanke fest, da wir das Boot ja aufgetankt und mit entleertem Fäkalientank zurück geben müssen (Alternativ kann man auch nach Betriebsstunden abrechnen lassen, unserer Erfahrung nach ist es aber billiger vollgetankt zurück zu geben).
Anschließend begeben wir uns an den Liegeplatz von ‚Bea’, Nico parkt noch kurz ein – und das war’ dann!

Perfekt eingeparkt.

Perfekt eingeparkt.

Sonntag, 06.09.2015
Es herrscht so ein Regen-, Sonne-, Wolken,- Mischwetter.
Wir werden jetzt endgültig nicht mehr rausfahren sondern unser gesamtes Geraffel in aller Ruhe ins Womo zurück bringen und dort wieder einräumen.

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Dann wird das Boot noch sauber durchgeputzt (müssten wir zwar nicht aber ein bisschen Wert darauf, kein dreckiges Boot zurück zu geben legen wir schon, zumal Eros ja auch ein paar Haare hinterlässt).
Ja – damit ist das Thema ‚Bea’ auch schon wieder Vergangenheit und 14 wieder einmal total entschleunigte Tage sind Geschichte.
Allerdings muss ich gestehen: Ich freu’ mich auch wieder auf unser geliebtes Womo.
Am Abend genehmigen wir uns noch ein gemütliches Abschlussessen in der Marin Wolfsbruch und schlafen zum ersten Mal wieder im Womo.
Irgendwie recht eng alles hier aber auch kuschelig.

Montag, 07.09.2015
Gegen 9:00 Uhr ist Übergabe des Bootes.
Es ist alles OK und wir erhalten unsere 800,– Euro Kaution wieder zurück.
Wir verabschieden uns von Thorsten von FB-Yachtcharter und – etwas wehmütig – ein letztes Mal auch von unserer zuverlässigen ‚Bea’ und legen ab sofort nicht mehr ab um in See zu stechen, sondern begeben uns wieder auf die Piste – es ist jetzt 10:35 Uhr.
Schon nach kürzester Zeit stellen wir wie jedesmal nach dem Bootfahren gemeinsam fest, dass es auf den Straßen nicht nur viel enger sondern auch deutlich stressiger zugeht. Geht einem alles schon wieder auf den Sack: drängeln, hupen, überholen …
Aber ich bin entspannt und möchte das auch noch eine Weile bleiben.
Ändert ja auch nichts, wir möchten ja weiter – Richtung Spreewald.
In Rheinsberg gehen wir noch einkaufen und Unmengen von Leergut abgeben, dann machen wir uns auf nach Lübben.
14:00 Uhr, Stellplatz am Spreewald-Camp Lübben (rund 190 km).
Der Platz ist mäßig belegt und macht einen akzeptablen Eindruck.
Ab sofort braucht man keine Festmacherleinen, Fender oder Anker mehr, sondern wieder Keile und Stützen.

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Stellplatz Spreewald-Camp Lübben

Stellplatz Spreewald-Camp Lübben

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Nach Erledigung dieser Tätigkeiten begeben wir uns auf eine Erkundungstour Richtung Stadt, wo sich auch die Häfen befinden, von wo aus die Stocherkähne zu den Touren durch den Spreewald ablegen.
Wir informieren uns über Kosten, Abfahrtzeiten, verschiedener Tourenangebote und –länge und vor allem über die Möglichkeiten, Eros mitzunehmen.

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Nachdem alles geklärt ist spazieren wir noch ein wenig durch die Stadt (gibt allerdings nicht allzu viel her) und kehren dann am späten Nachmittag wieder zum Womo zurück, um den Abend hier zu verbringen.
Ist zwar alles anders als im oder auf dem Boot und auch wieder eine gewisse Umstellung aber auch schön – und gemütlich.

Dienstag, 08.09.2015
Auch wenn’s gefühlsmäßig vom Boot her noch etwas „nachgeschwankt“ hat, wir haben gut geschlafen.
Wir sind heute etwas früher als gewohnt aufgestanden – wollen ja schließlich wieder mal Boot (Stocherkahn) fahren.
Gerade fertig zum Abmarsch kommt ein einheimischer Radler angedüst und drückt mir ein Gespräch rein. Ja, da wo wir herkommen war er auch schon. Aber er sei von Lübbenau. Und überhaupt wäre dort das mit den Stocherkähnen alles viel schöner, besser und vor allem billiger, weil Lübbenau viel mehr am eigentlichen Spreewald liegt und daher die Touren schon im Spreewald losgehen und die Kähne nicht erst lange durch langweilige Felder zum Spreewald fahren müssten. Und Lübbenau selbst wäre ganz toll und auch schöner als Lübben.
Einerseits nervt’s mich ein wenig da wir ja gar keine Zeit haben, andererseits leuchtet mir das was er erzählt ja auch ein.
Schnell beratschlagt entscheiden wir, da Lübben an sich ja auch nicht so toll war, kurzerhand nach Lübbenau umzuziehen.
Also schnell alles im Womo aufgeräumt, abgebaut und Leinen los – nein Quatsch – Stützen hoch und losgefahren nach Lübbenau.
Schon kurz danach, es ist 10:25, stehen wir auf dem (letzten freien Platz!!!) des Wohnmobilparks Lübbenau.
OK – zugegebenermaßen ist dieser Stellplatz schon mal schöner als der in Lübben.
Der Inhaber nervt zwar etwas mit seiner akuraten „im-rechten-Winkel-und-äußerst-genauen-Wohnmobil-einparkerei“ aber letzendlich kriegen wir auch das noch hin, nachdem ich ihn davon überzeugen konnte, dass ich dieses ästegekratze am Womo nicht möchte und jetzt so hinstehe wie ich das will. Wir schließen einen Kompromiß mit seiner abschließenden Bemerkung: „Aber dann wenigstens gerade weil es sonst nicht gut aussieht“

Stellplatz Wohnmobilpark Lübbenau, schön - aber super und exakt gerade einparken!!!

Stellplatz Wohnmobilpark Lübbenau, schön – aber super und exakt gerade einparken!!!

OK, von mir aus. Soll’s so sein. Ich will jetzt Stocherkahn fahren.
Schließlich erreichen wir dann auch den Stocherkahnhafen, sichern uns unsere Plätze im Kahn und hocken bereits schon wieder im Boot.

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Die Seefahrt lässt uns einfach nicht mehr los!Naja –eine langsame Abgewöhnung soll ja auch nicht schlecht sein.

Auch wenn hier doch alles auf Tourismus abzielt, wir sind angenehm überrascht.

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Es ist herrlich ruhig, der Spreewald ist wunderschön und auch einigermaßen so wie ich ihn mir vorgestellt habe und man ihn aus den „Spreewaldkrimis“ vom TV her kennt.

Auch Eros gefällt es scheinbar.

Auch Eros gefällt es scheinbar.

Der Stopp zur Mittagspause im (Touri-)Restaurant ist zwar auch nicht gerade idyllisch aber die Auswahl an Speisen ist erstaunlich reichhaltig, das Essen gut und auch einigermaßen günstig und das Restaurant liegt herrlich am Wasser mitten in der Natur.
Nach der Pause geht’s dann weiter, ich genieße die herrliche Natur und blende die „Stories“ des Stocherkahnkäptn’s aus.

Nachfolgend ein paar Eindrücke ohne viele Kommentare:

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Vor Fahrtantritt habe ich befürchtet, dass die von uns gewählte 5-Std.-Tour vielleicht etwas langweilig werden könnte, jetzt stelle ich aber fest, dass es sehr schön war und entsprechend schnell vorbei ging.

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Ist zwar nicht gerade billig aber dennoch sehr empfehlenswert, wir haben’s auf jeden Fall nicht bereut.
Nach Ende der Fahrt spazieren wir nach Lübbenau und reservieren für den Abend einen Tisch in einem vom „Einheimischen“ aus Lübben empfohlenen Restaurant.

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Dann zurück zum Womo, etwas ausruhen und am Abend nochmal, zum Essen, ins Städtchen.
Das Essen war klasse!
Manchmal ist es halt doch gut, auf die Ratschläge der – wenn auch nervigen – Einheimischen zuhören: Herzlichen Dank nachträglich!

Mittwoch, 09.09.2015
Beim Gassigang mit Eros habe ich unterwegs einen Stand mit Spreewaldgurkenverkauf entdeckt. Außerhalb des Kahnhafenrummels und vor allem mit der Möglichkeit die Gurken zu probieren.
Nun ist es ja wirklich nicht jedermanns Sache morgens, vor dem Frühstück beim Gassigehen mit dem Hund, Spreewaldgurken Variante Chilli, Senf oder Essig zu verköstigen, aber ich hab’s jetzt einfach mal riskiert. Und ich muss gestehen: köstlich. Auch wenn die Variante ‚Chilli’ um diese Zeit schon etwas reinhaut. Aber ich esse ja bekanntlich gerne richtig scharf. Außerdem sind das hier sind keine konservierten Gurken sondern frische und die sind richtig gut!
Aber jetzt zurück zum Wohnmobil, frühstücken.
Habe dabei Heidi von meinem „Vorfrühstück“ erzählt und so wurde beschlossen, nachher da vorne nochmal anzuhalten, nochmal zu probieren und evtl. auch einzukaufen.
Im Spreewald zu sein und keine Gurken zu kaufen ist in etwa so, wie im Münchner Hofbräuhaus oder in einer Besenkneipe zu hocken und sauren Sprudel (so heißt bei uns das Mineralwasser) zu trinken.
Abfahrt 11:20 Uhr, kurzer Einkaufsstopp am Gurkenstand, natürlich mit wieder mal deutlich überzogenem Einkauf was die Menge betrifft und Weiterfahrt nach Dresden.
Nico möchte gerne in Dresden ein paar Aufnahme vom beleuchteten Dresden bei Nacht machen und so haben wir das während des Urlaubs kurzfristig in unsere Tour eingeflochten.
Um 13:20 Uhr sind wir dann nach rund 120 km Strecke und Besichtigung eines anderen Stellplatzes, welcher uns nicht zusagte (unser schon oft erwähntes Bauchgefühl hat „Nein“ gesagt) auf dem Stellplatz ‚Wiesentorstraße’.
Ist zwar auch nicht gerad prickelnd, bietet gar nichts und ist auf Grund einer kurzfristig veranschlagten Preiserhöhung durch den Betreiber mit 18,– Euro „ohne Alles“ abzockverdächtig teuer (im Bordatlas steht was anderes).
Der Platz kommt uns aber zumindest einigermaßen sicher vor – was uns in der Nacht hier noch blühen sollte konnten wir freilich jetzt noch nicht ahnen!
So machen wir uns gleich nach Ankunft gleich mal zu Fuß auf zu einer „Vorbesichtigung“ des gegenüber des Stellplatzes gelegen Teils von Dresden.

Schön auch zum einfach "mal so" herumspazieren

Schön auch zum einfach “mal so” herumspazieren

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Aber Vorsicht direkt am Elbufer, vor allem mit Kindern und Hund: Glasscherben und gebrauchte Spritzen!!!

Aber Vorsicht direkt am Elbufer, vor allem mit Kindern und Hund: Glasscherben und gebrauchte Spritzen!!!

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Hat uns eigentlich ganz gut gefallen und der abschließende, spontane Besuch des Biergartens war als Kontrast zu den vergangenen Unmengen an Fisch in MeckPomm doch mal wieder was ganz anderes: Schöne Hax’n und ein Bierchen dazu.

Mal ne' schöne Abwechslung ...

Mal ne’ schöne Abwechslung …

... scheinbar auch für die Piepmätze!

… scheinbar auch für die Piepmätze!

Danach kehrten wir nochmal zum Womo zurück um uns am Abend dann zu „Fotoshooting“ in die Stadt zu begeben.

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Ist schon eindrucksvoll!

Ist schon eindrucksvoll!

Also der am Elbufer gelegene Teil Dresdens ist schon toll und auch ein Touristenmagnet.
Aber ansonsten kann man sich die Stadt leider größtenteils abschminken: Grau, Wohnblöcke und einigermaßen heruntergekommen. Nicht so schön.

Und dann kam’s ganz dicke.
Zurück am Womo ging’s dann kurz nachdem wir drin waren los (zum Glück waren wir schon drin): Wir wurden massiv belästigt. Und zwar von oben. Ich weiss zwar nicht um was eine Art von Riesen-Flugsauriern es sich handelte, die da in den Bäumen saßen. Aber der Lautstärke der Einschläge auf dem Womo-Dach nach zu urteilen musste es sich um wahre Monster handeln. Innerhalb kürzester Zeit waren sämtliche Dachluken – Entschuldigung – zugeschissen!
Und das restliche Dach vermutlich auch. Das Bombardement hielt die halbe Nacht durch an.
Vor lauter Entsetzen habe ich sogar vergessen, ein Bild vom Stellplatz zu machen.

Donnerstag, 10.09.2015
Um 10:15 Uhr verlassen wir diesen „Platz des Schreckens“. Ohne zu Entsorgen, das hätte nochmal extra 4,– Euro gekostet.
So langsam ging’s an die Rückreise.
Im Bordatlas haben wir ein paar Stellplätze mit akzeptabler Distanz von hier aus und bei gleichzeitiger Reststrecke für die letzte Etappe (am Freitagabend wollten wir Zuhause sein) ausgesucht.
Marktredwitz haben wir uns gewählt, wo wir
um 13:00 Uhr auch ankommen (ca. 220 km) und um 13:10 wieder wegfuhren!
Dieser Platz ist – zumindest zu diesem Zeitpunkt – ein absolutes NoGo und unser „Bauchgefühl“ schreit schon wieder Hilfe.
Ein paar herumstehende „Gammelwomos“ und Transporter mit osteuropäischen Kennzeichen, nichts einigermaßen Vertrauenserweckendes und gegenüber ein halb zerfallenes, halb abgerissenes Firmenareal.
Also nur schnell entsorgt, was wir ja in Dresden nicht erledigt hatten und dann weiter.
Heidi meint dann, Kulmbach hört sich der Beschreibung nach auch noch ganz gut an. Also das Navi entsprechend programmiert und ab.
Am Stellplatz „Schwedensteg“ sind wir so um 14:30 Uhr (weitere ca. 60 km).
Der Platz ist schon besser (keine Gebühr, freiwillige Spende erwünscht) aber sauvoll, zumindest im hinteren Bereich hinter den Hecken am Bach. Aber vorne auf dem PKW-Platz zur Straße hin möchten wir nicht unbedingt stehen.
Also fassen wir noch etwas Wasser und stellen uns, um die Platzzufahrt nicht völlig zu blockieren, ausnahmsweise mal der Länge nach hin.

Stellplatz 'Am Schwedensteg' in Kulmbach

Stellplatz ‘Am Schwedensteg’ in Kulmbach

Nachdem wir uns eingerichtet haben und die ersten „Orientierungsrunden“ über und um den Platz herum gedreht sind, prüfen wir, was unsere Verpflegungssituation (außer Spreewaldgurken) so  hergibt und kommen zu dem Schluss, dass ein Besuch der  nahegelegenen Brauereigaststätte eine überlegenswerte Alternative darstellt. Und am letzten Urlaubsabend kann man sich so ein Abschlussessen ja durchaus auch noch gönnen. Also tun wir das.
Gut gestärkt machen wir uns am Abend auf den Rückweg zum Womo, verbringen dort noch einen letzten Abend/eine letzte Nacht bevor es morgen endgültig nach Hause geht.

Freitag, 11.09.2015
Die vorerst letzte Auswärts-Gassirunde mit Eros, das vorerst letzte ausgiebige Womo-Frühstück und ein letztes Mal die übliche Prozedur vor der Abfahrt.
Um 11:00 Uhr verlassen wir den Stellplatz und fahren auf gewohnt vollen und hektischen Autobahnen  über Bamberg, Würzburg, Heilbronn und Stuttgart zurück nach Hochdorf.
Ankunft: 15:10 nach rund 350 km

Ein wunderschöner, abwechslungsreicher Urlaub ohne nennenswerte Zwischenfälle liegt hinter uns.
Alle sind gesund und munter wieder daheim.

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