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Weihnachten/Neujahr 2014/2015: Schnell mal umgeplant!

Und wieder mal zeigt sich der große Vorteil vom Wohnmobil:
Man kann auf bestimmte Situationen kurzfristig reagieren und auch schnell mal umdisponieren – wie auch jetzt wieder!
Eigentlich wollten wir in diesem Jahr ja mal wieder Richtung Norden, um dort die Festtage zu verbringen.
Wir sind ja schon ziemlich wetterfest aber angekündigter Sturm und Dauerregen quer über einen längeren Zeitraum hinweg veranlassten uns dann doch, diesen Plan nochmals zu überdenken und “Plan B” aus der Schublade zu holen:
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Weihnachten/Neujahr 2013/2014

Nachdem das Jahr 2013 zwar in Bezug auf Wohnmobil fahren ziemlich lasch, bezüglich sonstigen Terminen und Arbeit jedoch extrem hektisch und stressig war hatten wir geplant, wenigsten den Jahresausklang 2013 und den Einstieg in 2014 eher ruhig anzugehen.

Aus diesem Grund wollten wir “nur” von Zuhause nach Lechbruck zum Stellplatz fahren, um dort mal so richtig die Füße hoch zu legen.
Hierher sind’s für uns rund 200 km / 2,5 Std.

Da es am 20.12. aber wieder mal recht spät wurde mit dem Feierabend, das Wohnmobil jedoch schon komplett bereit zur Abfahrt war, sind wir dann noch am Abend los gefahren und wollten zumindest noch bis zum Stellplatz nach Ulm kommen.
Dieser kostenfreie Platz (mit V+E)  ist für einen Zwischenstopp auf der Nord-Süd-Route oder umgekehrt ganz OK!
Diesen Abend wollten wir dann gleich nutzen, um schon mal ein wenig “runter zu kommen” und nicht Zuhause noch irgendetwas “rumkruschteln” (= auf Deutsch: kleine Dinge erledigen).

Den Stellplatz in Lechbruck fahren wir im Winter ganz gerne an, da wir hier ziemlich unsere Ruhe haben:


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- herrlich ruhig
- nicht so überfüllt wie andere um diese Zeit
- Strompauschale, also einstöpseln und fertig
- V+E am Platz (inklusive)
- WC am Platz (inklusive)
- schöne Spazier- und Wandermöglichkeiten
- Busanbindung bis nach Füssen (allerdings wenig Fahrten!!!)
- Grillstelle mit Schwenkgrill (z.B. für die Neujahrsnacht)
- Möglichkeit zum Gasflaschentausch

Außerdem gehört der Stellplatz zum angrenzenden Campingplatz.
Hier gibt’s Duschmöglichkeiten, ein kleines Kiosk (u.a.Brötchen), ein Restaurant und immer wieder Vorträge und Veranstaltungen
wie z. B. eine Fackelwanderung zu Sylvester etc.

Nach Lechbruck kommt man zu Fuß – je nachdem welche Strecke man wählt – schon in ca. 20 Minuten. Dort gibt’s dann einige Einkaufs- und Einkehrmöglichkeiten.

Wir waren dann vom 22.12.2013 bis zum 04.01.2014 hier.
Da wir  tatsächlich auch keine größeren Aktionen gestartet hatten, gibt’s hier jetzt keinen großartigen Bericht über diese Zeit.

In der Kategorie
D. EROS – DAS TAGEBUCH im Beitrag “Wo bleibt mein Schnee”
habe ich aber noch ein paar Bilder und Kommentare zu diesem Aufenthalt eingestellt.
Außerdem auch noch – in der gleichen Kategorie – im Beitrag “Mein erster Wohnmobilausflug” ein paar Bilder z. B. von der Grillstelle etc.

Wohnmobilaufbrüche in Schweden / “sichere” + unsichere Plätze

Hallo Miteinander!

Nachdem in letzter Zeit vermehrt Suchanfragen zu diesem Thema (oder ähnliche) hier im Blog ankommen, möchten wir mal ein wenig unsere Erfahrungen hierzu schildern:

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1. Uns selbst ist so etwas in Norwegen/Schweden noch nie passiert, obwohl wir in der Vergangenheit regelmässig, d.h so alle 2-3 Jahre in Skandinavien unterwegs waren.
2. Bekannten von uns wurde auf einem Parkplatz, allerdings nach einer “Einladung” das Handy bzw. eine Handtasche aus dem Fahrzeug geklaut (am Tag bei einer Pause).
Einladung heisst:
1 x Handtasche auf der Sitzbank bei geöffneter Schiebetür und 1 x Handy auf dem Armaturenbrett. Jeweils bei Pausen auf einem Parkplatz an der E6, jeweils keine Personen im Fahrzeug (= an den Bänken/Tischen vom Parkplatz), jeweils Fahrzeuge nicht abgeschlossen
= selber Schuld!
3. In den letzten Jahren wurde uns öfters von Überfällen erzählt, auch von LKW-Fahrern.

Wir selbst haben es uns abgewöhnt, genau so wie an deutschen Autobahnen, in Schweden direkt an den Fernverkehrsstrassen (E4, E6, E12, E14, E18, E20 usw. oder in direkter Nähe hierzu) zu übernachten. Denn (fast) nur hier passieren diese Überfälle!

Bei den vermeintlichen Tätern handelt es sich laut Berichten meist um Mitglieder organisierter (meist osteuropäischer) Banden  (Bulgarien, Rumänien), welche diese Straßen regelrecht “abgrasen” auf der Suche nach LKW’s und Reisemobilen.
Bei den LKW’s sind sie meist auf das komplette Fahrzeug aus, zumindest auf die Zugmaschinen, bei den Wohnmobilen auf den (materiellen) Inhalt. Bei der Vorgehensweise hört man z.T. von ziemlicher Brutalität, so werden LKW-Fahrer angeblich mit schwerem Werkzeug (Stemmeisen etc.) oder sogar mit Schusswaffen bedroht nach dem Motto “komm raus, wir kriegen dich bzw. das Fahrzeug so oder so! Daher stehen die Trucks oft gemeinsam und selten alleine.
Die Gründe liegen auf der Hand: die Banden kommen auf diesen Strassen ziemlich schnell wieder weg und voran, was im Landesinneren in Skandinavien natürlich nicht der Fall ist. Ausserdem sind die Strassen mit viel (Fern-) Verkehr interessanter.
Und schnell voran kommen heisst natürlich auch schnell Richtung Ostsee und schnell Richtung Fähre kommen.

Sehr gefährlich ist’s dann, wenn der Parkplatz von der Durchgangsfahrbahn aus nicht einsehbar ist (z.B. hinter einem Hügel etc.). Hier müssen die Typen dann nur kurz in den Platz reinfahren , schauen was es Interessantes gibt, schnell zuschlagen und schnell wieder weiter.

Wir selbst übernachten in Schweden/Norwegen sehr oft frei d.h. wenn wir einen schönen Platz finden, bleiben wir dort auch aber:
Nie an Hauptverkehrsstraßen und schon gar nicht dann, wenn der Platz von dieser Straße aus nicht einsehbar ist (gilt nicht für Nebenstrassen, da darf’s gern ein bisschen abseits sein!) .

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Irgendwo in der “Pampa”, an einem See oder im Gebirge usw. bleiben wir dann aber fast immer wenn’s uns irgendwo gefällt. 

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Oft stehen dann auch schon Womos da  oder es gesellt sich im Laufe des Abend noch eins dazu.

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Auf diesen Nebensträsschen sind die Diebesbanden (unseres Wissens nach) nicht unterwegs – lohnt sich nicht. Und dass es Schweden sind, welche an den Überfällen beteiligt waren haben wir nun schon mal noch gar nie gehört!
Ausserdem gilt in Skandinavien (“Jedermannsrecht”) auch: beim Übernachten niemanden stören, nichts zerstören und möglichst außer der Sichtweite von, zumindest aber in angemessener Entfernung zu (bewohnten) Häusern bleiben.

Und wie schon oft von mir bemerkt:
Bei uns entscheidet das “Bauchgefühl” mit:
Gutes Gefühl = wir bleiben, eigenartiges bzw. schlechtes Gefühl = wir fahren weiter.
Dies gilt auch dann, wenn eigenartige Typen mit auffälligem Verhalten “herumlungern”. Notfalls dann lieber mal weiter auf einen Campingplatz  wenn sich gar nichts anderes findet (was in Südschweden an der E6 z.B. aber auch nicht immer so toll ist). Ansonsten gibts in Skandinavien immer wieder kleine schnuckelige Campinplätzchen, die dem “freien Stehen” oder einem Stellplatz oftmals recht nahe kommen. Sind aber meist für unser Gefühl (für das, was geboten wird) verhältnismäßig teuer.
Und wir sind halt mal keine “Campingplatzfans”.

Abschliessend noch ein kleiner Tipp zu immer wieder netten Plätzen, etwas weg von der Straße und nicht gleich für jeden sichtbar:

Bevor es in eines der reichlich vorhandenen Tunnels rein geht, kommt man evtl. noch auf die alten Straßen links oder rechts vorm Tunneleingang/-ausgang (die heute keine genutzten Straßen mehr sind, da oft nicht durchgehend = Sackgassen) welche früher, bevor die Tunnels gebohrt wurden, um den Berg herum führten. Hier bietet sich oftmals eine wunderbare Möglichkeit frei, schön und ungestört zu übernachten und nicht selten sogar mit Zugang zum See oder Fjord mit Angelmöglichkeit.

Das hat auch den Vorteil, dass der Krach den der sehr eigenartige skandinavische Straßenbelag oft erzeugt nicht so hörbar ist.

Hier noch ein paar Bilder von einem dieser Plätze hinter Tunnels (oberes Bild links vom Tunnel hinter den Büschen):

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In Norwegen habe ich von Überfällen noch nie gehört, wobei ich in der südlichen Ecke so um Oslo rum (E6!) auch (noch etwas mehr als sonst) vorsichtig bin!

 

Demnächst schreibe ich noch etwas über eine andere Möglichkeit, in Schweden schön (frei) zu übernachten – muss nur erst noch etwas in meinen Unterlagen kramen.

Sommer 2004 – Italien

Sommer 2004 / Italien

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Übernachtungsplätze
Schwemmalm, Ultental -  Südtirol Molveno, Lago d. Molveno – Südtirol Casal Borsetti, Adriaküste – Emilia-Romagna Grotte di Frasassi – Marken Bolsena, Lago d. Bolsena – Toskana Paestum, Golfo di Salerno – Kampanien Bracciano, Lago d. Bracciano – Latium Castiglione, Lago d. Trasimeno – Umbrien Schlanders – Südtirol

Freitag, 30.07.2004

Da unsere Urlaubsplanungen in diesem Jahr endlich mal etwas früher konkrete Ergebnisse gebracht haben, konnte das Womo schon rechtzeitig nach klaren Vorgaben beladen werden: Straßenkarten für Italien und Klamotten für den Süden. Aber was, wenn´s Wetter doch nicht so gut ist? Und wie wirds in Südtirol? Also haben wir doch wieder alles an Kleidung und Schuhen dabei was irgendwie geht (bis auf die Skiklamotten) und sind vermutlich auch dieses mal wieder ähnlich zu schwer wie sonst auch. Wahrscheinlich fahren wir auch wieder mal unsere Fahrräder spazieren, ohne sie zu benutzen.

Um 13:10 gehts dann endlich los. Zuerst noch nach Kirchheim zum Tanken und dann, wie immer bei “Südtouren” am Anschluss Kirchheim / Teck – Ost auf die A8 und über den Albaufstieg (Aichelberg + Drackensteiner Hang) und über die Albhochfläche nach Ulm-West, durch Ulm durch und ab dem Dreieck Hittistetten auf der A7  Richtung Füssen bis Nesselwang. Allen Stauprognosen zum Trotz herrscht normaler Verkehr und es geht zügig voran. Also verlassen wir hier die Autobahn und fahren durch Nesselwang durch, am Weissensee vorbei und durch den Grenztunnel Richtung Reutte. In Berwang-Bichlbach versorgen wir uns nochmal mit günstigem Austria-Sprit und fahren, wie schon früher mehrfach beschrieben über den Fernpass, Landeck und den Reschenpass mautfrei durch Österreich, wo wir in Nauders nochmals den Tank (10,8 Ltr./98 km !!!) auffüllen. Weiter am Reschensee (Kirchturm im Wasser) und dem Haidersee vorbei gehts durchs Vinschgau nach Meran und ein Stückchen auf der Schnellstraße Richtung Bozen bis zur Ausfahrt Lana. Schnell ist uns klar, daß wir, wenn auch “nur” in Südtirol wohl doch schon in Italien sind: Autofahren tun sie wie die Räuber und überholen, nur um 200 m weiter dann irgendwohin abzubiegen. Im Bericht über unsere Skiferien im Ultental haben wir ja schon ausführlich über die Ent-/Versorgungsstation bei Sinnich, wo wir nochmals Frischwassser bunkern und über den Aufstieg ins Ultental geschrieben Aber wie auf fast jeder Tour gings auch diesmal nicht ohne erwähnenswerte Vorfälle ab: Wie schon beschrieben, sind die Steigungen ins Ultental hoch recht deftig. Um unser Motörchen bei Laune sprich bei Drehzahl zu halten, muß ich schauen, daß ich so zügig wie möglich da hoch komme und kann daher nicht auf jede Kurve Rücksicht nehmen. Leider spielte hier aber unser Fernseher nicht mehr mit. Mit Getöse riss er die Schranktür aus den Riegeln, streifte Heidis Arm (die sich hierbei glücklicherweise nicht ernsthaft verletzte) und krachte neben der Sitzbank auf den Boden. Heidi mußte von nun an irgendwie, bis ich eine Möglichkeit zum Anhalten fand, mit der einen Hand die halb im Raum hängende Schranktür und mit der anderen Hand sich selbst festhalten und auch noch versuchen, nicht in die Trümmer des Fernsehers zu treten. Nach einem kurzen Stopp und ersten “Aufräumungsarbeiten” fahren wir dann aber ohne weiteren “Schwund” vollends hoch zum Parkplatz, wo wir uns erst einmal ein schönes Eckchen suchen und das Womo für ein paar Tage Standzeit herrichten.

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20:50, Parkplatz Schwemmalm, 428 km
Nach erster Schadensanalyse (div. Macken, Schranktür, Fernseher), Salbung (Heidis Arm), Reparaturarbeiten (Schranktür) und Kochen (Maultaschen von ALDI, wie eigentlich immer am ersten Abend im Womo) vertreten wir uns noch etwas die Beine. Nico beginnt unverzüglich mit einer seiner beliebtesten Tätigkeiten: Steine und Stöcke sammeln. Ich befürchte bereits hier, daß im Lauf des Urlaubs die Gewichtsreduzierung nach Verbrauch von Proviant und Getränken durch Nicos Sammlerstücke wieder kompensiert wird. Anschliessend machen wir es uns im Womo noch etwas gemütlich. Einen Besuch bei Walter (Bar Walter) an der Liftstation verschieben wir auf morgen, da die Müdigkeit uns nicht mehr aus dem Womo läßt.

Samstag, 31.07.2004

Nach einer herrlich ruhigen und komplett durchschlafenen Nacht wachen wir bei blauem Himmel und Sonnenschein auf. Wir beschliessen daher, heute unsere geplante Wanderung zur Steinrast- und weiter zur Kuppelwiesalm durchzuführen. Gut ausgestattet mit Proviant (was man nicht dabei hat gibts unterwegs)

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machen wir uns also auf den Weg, wählen manchmal auch Pfade abseits der offiziellen Wege damits Nico nicht zu langweilig wird und machen auch des öfteren mal Pausen zur Stärkung.

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Die Gegend hier ist eine absolute Top-Wanderecke und allein hier könnte man einen kompletten Urlaub verbringen. Aber wir wollen im weiteren Verlauf ja auch noch ans Wasser.

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Am späten Nachmittag wieder unten angekommen wollen wir aber doch noch bei Walter vorbeischauen, um “Hallo” zu sagen. Bei dieser Gelegenheit belohnen wir uns für die Strapazen der Wanderung mit einem schönen “Jausenbrettl”.

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Am Abend sitzen wir noch ein wenig vor dem Womo und machen ein paar Spiele, gehen dann aber irgendwann mal doch einigermassen geschafft in die Kojen.

 

Sonntag 01.08.2004

Heute habe ich Urlaub! Nach dem Frühstück setze ich mich vors´ Womo mit der festen Vorgabe, mich nicht weiter als max. 20 m vom Fahrzeug weg zu bewegen. Nico habe ich noch schnell das Fahrrad aus der Heckgarage rausgeholt, damit er sich ein wenig bewegen kann. Ansonsten möchte ich heute ein paar kleinere Reparaturen vornehmen und schauen, ob ich den Fernseher irgendwie wieder hinkriege. Heidi und Nico haben sich zwischenzeitlich mit Funkgerät und Eimer bewaffnet und ziehen los zum Heidelbeerpflücken. Nach Grobarbeiten am Gehäuse, dem Hinbiegen bzw. Entfernen von Plastikteilen, dem Einrichten von Bedienknöpfen und dem Einsatz von meterweise Klebeband funktioniert der Fernseher dann überraschenderweise auch wieder. Nico höre ich irgendwo am gegenüberliegenden Hang immer wieder Jubelschreie ausstossen (Funkgerät wäre nicht nötig gewesen), und gegen später kommen die Beiden dann mit einer respektablen Ausbeute an Heidelbeeren auch wieder zurück. Ich kicke mit Nico noch ein wenig, ansonsten “verläppern” wir diesen Tag aber äußerst gemütlich und aklimatisieren uns so richtig

Montag 02.08.2004

Nico möchte gerne Baden! Da dies auf einem Parkplatz beim Skilift aber nicht so ohne Weiteres machbar ist und wir ja auch noch einiges vorhaben, haben wir beschlossen, so langsam weiter gen´ Süden zu ziehen Im letzten Winter haben wir von Annemarie (=Walters Frau) erfahren, daß sie diesen Sommer wahrscheinlich eine Alm hier in der Nähe bewirtschaften wird. Nachdem wir uns bei Walter nochmal genau nach dem Weg erkundigt haben, geht´s dann nach dem Frühstück so gegen 10:00 Uhr los (der Fernseher steht ab sofort während der Fahrt auf dem Boden) runter ins Ultental. Zuerst wollen wir aber noch ganz nach hinten ins Tal fahren, Heidi möchte sich noch die berühmten “Urlärchen” (angeblich was weiss ich wieviel tausend Jahre alt, Stammdurchmesser über 8 m) anschauen.

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Danach geht´s wieder zurück Richtung Lana jedoch zwischen St. Walburg und St. Pankraz (Schnapseinkauf beim Kapaurer wie im Winterbericht bereits erwähnt) rechts ab und wieder mal (im 1. Gang) senkrecht hoch Richtung Proveis/Laurein. Nach mehreren Tunnels finden wir dann links an der Strasse auch den beschriebenen Parkplatz, wo wir das Womo abstellen um zur Alm zu wandern. Nachdem wir so schon relativ weit oben sind, dauert der Fußmarsch zur “Malga Clozner” auch nur noch ca. 20 Min.

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Nach freudiger Begrüssung, einer deftigen Mahlzeit und dem Einkauf von Bergkäse verabschieden wir uns dann auch wieder, denn wir möchten heute noch weiter zum Molvenosee.

Unser Weg führt uns durch herrliche Gebirgslandschaften (unter stärkster Beanspruchung von Motor und Bremsen) über Laurein zum Lago d. Santa Giustina (traumhafter Blick von oben auf den See) und weiter über Cles Richtung Mezzolombardo. Bevors dann aber endgültig voll runter ins Etschtal geht zweigt eine Strasse im 180°-Winkel (wir packens auf 3x) rechts ab Richtung Spormaggiore. Unser Denken, jetzt vollends gemütlich Richtung Molveno zu rollen, stellt sich bald schon als Irrtum heraus: wir befinden uns schon wieder auf einer Passstrasse mit einer “Tornante” nach der anderen, rauf und runter. Endlich in Molveno angekommen, sind wir auch schon wieder aus dem Ort draussen, ohne einen Stellplatz oder zumindest einen Hinweis hierauf gefunden zu haben. Also irgendwo irgendwie umdrehen und zurück, diesmal den Freizeitgelände-Schildern nach – und tatsächlich finden wir jetzt auch sowohl die Schilder als auch den Stellplatz – Rammelvoll !!! Frech drücken wir uns durch den gesamten Platz ganz nach hinten auf ein Wiesenstück und finden doch noch ein “Loch” (eigentlich ist´s ein Fußweg, ist uns aber jetzt egal – wir stehen!

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Stellplatz Molveno, 17:45, 102 km
Der Stellplatz packt locker 50 Womos, allerdings zum Teil nur kürzere, liegt relativ ruhig am Stadtrand (10 Min. zu Fuß) in der direkten Nähe zu einem Supermarkt und kostet EUR 10,00 / 24 Std. (Kassenautomat) inkl. V+E Nico findet hier sofort 2 gleichaltrige Spielgefährten aus dem Nachbar-Womo und ist fürs Erste auch mal versorgt, so lang wir ein wenig aufräumen. Am Abend spazieren wir noch in die Stadt (Nico läßt sich mit “Gelati” locken) testen den See per Zeigefinger (ist warm) und stellen fest, daß Molveno wohl ein reines Touristennest ist (Hotels, Hotels, Reisebusse, dazwischen ein paar Hotels und dann wieder Busse).

Dienstag, 03.08.2004

Das Wetter sieht heute nicht 100%ig aus und so beschliessen wir, zuerst ein wenig zu wandern und vielleicht am Nachmittag an den See zum Baden zu gehen. Also laufen wir – entsprechend ausgerüstet – mal los, ohne zu ahnen was auf uns zu kommt. Wir suchen uns auf den Schildern eine ca. 2-stündige Tour zur Schutzhütte “Rifugio Croz del Altissimo” aus, allerdings müssen die Zeitangaben wohl von einem Rennläufer ausgearbeitet worden sein. Das Wetter wechselt zwischen bewölkt und Affenhitze, der Schotterweg wird immer steiler und eigenartigerweise beschwert sich Nico kein bisschen. Nach ca. 2 Std., während einer Rast, kommt der Papa der Nachbarkinder dahergewandert und meint, genau hier hätten seine Kinder gestern auch schlapp gemacht, weswegen er heute alleine losgezogen sei. Nach oben zur Schutzhütte wäre es aber schon noch ein Riesenstück. Und genau diese Aussage weckte in Nico einen unglaublichen Ehrgeiz – er wollte unbedingt weiter.

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Nach  weiteren 1-1/2 Stunden oben angekommen und nach einer ausgiebigen Rast mit Vesper hören wir dann leichtes und kurz darauf deutliches Donnergrollen, was uns zum Aufbrechen veranlasst. Unterwegs wechselt das Wetter dann wiederholt zwischen Sonnenschein und deftigen Regengüssen. Heidis Lob über Nicos Durchhaltevermögen bei dieser zugegebenermassen nicht einfachen Tour ließ ihn mit stolzgeschwellter Brust zum Womo zurückkehren – aber leider konnte er hier keine Sprüche mehr klopfen – die Nachbarn waren zwischenzeitlich zum Gardasee weitergefahren. An Baden war auch nicht mehr zu denken, da die Regenschauer immer wieder einsetzten, also belohnten wir Nico am Abend eben nochmal mit einem Besuch in der Eisdiele.

 

Mittwoch 04.08.2004

Nachdem das mit dem Baden hier nicht ganz geklappt hat und Nico unsere Wanderungen so ohne Murren über sich ergehen ließ haben wir uns entschlossen, jetzt endgültig das Wasser anzusteuern. Von früheren Touren her hatten wir noch in Erinnerung, daß die Rivieraküste um Livorno herum und weiter Richtung Süden zwar schön, aber nicht unbedingt mit Stellplätzen und Bademöglichkeiten übersät ist. Also haben wir uns auf die Adriaseite Richtung Po-Delta festgelegt.

Nach dem Frühstück/Aufräumen/Entsorgen machen wir uns so um 11:00 herum auf den Weg. Weiter, am See entlang fahren wir auf engen, kurvigen aber sehr schönen Strassen über San Lorenzo, Comano und Vezzano nach Trento, überqueren die Autstrada und möchten weiter am Lago d. Caldonazzo vorbei Richtung Bassano, wo wir vor einigen Jahren schon mal waren. Allerdings verfehlen wir auf Grund eines Navigationsproblems bei meinen Beifahren mal wieder den richtigen Abzweig und planen kurzfristig um: weiter auf der “12″ parallel zur Autostrada bis Rovereto, hier quer durch und auf einer absolut abenteuerlichen Strasse (auffällig kleine Linienbusse, keine LKW mit Hänger!) über den Passo Pian delle Fugazze durch Dörfer hindurch, wo man sich überlegt, wer hier wohl wo was arbeitet bzw. ob überhaupt noch jemand hier lebt. Der weitere (wieder eher normal befahrbare) Weg führt uns über Schio, Vicenza und Padova nach Chioggia an der Küste. Da ich wegen der Ferienzeit bereits im Vorfeld befürchtet hatte, daß es hier vielleicht recht voll sein könnte, habe ich mir auf meiner Karte 2 mögliche, große Stellplätze am Meer notiert: Casal Borsetti und Porto Corsini. Also machen wir uns auf den Weg auf der E55 weiter gen Süden. Wie diese “Buckelpiste” zur Ehre einer “Europastrasse” kommt, weiß wahrscheinlich keiner – unsere Milch jedenfalls ward zu Quark! Der erste Platz auf der Strecke war der von Casal Borsetti. Zu unserem Erstaunen gibt es jede Menge freie Stellmöglichkeiten und da wir sofort einen angenehmen Eindruck haben, bleiben wir gleich hier und verzichten darauf, den anderen Platz in Porto Corsini auch noch zu begutachten (es wurde uns später bestätigt, daß dieser hier der schönere ist).

Stellplatz Casal Borsetti 19:10, 315 km

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Der Stellplatz ist ausgelegt für etwas über 200 Wohnmobile, jedoch durch Baum- und Buschreihen so aufgelockert, daß er nicht lästig überfüllt wirkt. Ausserdem sind Markierungen angebracht, welche Parzellen von ca. 5 x 8 mtr. bilden, also genügend Abstand zum Nachbarn zulassen. Wieso “pudern” die Italiener eigentlich immer die Reifen ihrer Womos mit weissem Pulver ein? Vielleicht wegen der vielen Hunde? Naja, egal! (vorerst zumindest egal!) Preis EUR 8,00 (nur Übernachtung bis 9:00 morgens EUR 4,00) inkl. Ver- und Entsorgung.

Nach den ersten “Grundsatztätigkeiten” nach der Ankunft spazieren wir durch den direkt an den Platz angrenzenden Pinienwald und begutachten als Nächstes den Strand. Ergebnis: Strand und Wasser erstaunlich sauber und Algenfrei, Wasser warm, Nico glücklich! Also – morgen 100-pro Badetag! Danach, zurück am Womo gibt´s noch was zum Kauen und Nico erhält sein Fahrrad ausgehändigt (er benötigt nach der Sitzerei im Wohnmobil immer noch etwas Bewegung). Nachdem er später (wie öfters wenn wir fort sind) vor dem Womo im Campingstuhl eingeschlafen ist, die Zurückhaltung der Mücken deutlich nachläßt und das Fläschchen Vino auch zur Neige geht, begeben wir uns alle an Bord und beenden diesen Tag mit der Vorfreude auf Sonne, Strand und Meer. Mein Buch wird kurzfristig auch schwer und schwerer und so lege ich mich dann irgendwann auch mal ab.

Die nächsten Tage in Casal Borsetti

Für diesen großen Platz, welcher derzeit fast ausschliesslich von Italienern besucht ist (ist uns seither schon mehrfach aufgefallen, daß sehr wenig ausländische “Touris” wie z.B. Deutsche oder Niederländer unterwegs sind), wars extrem ruhig in der Nacht. Auf jeden Fall haben wir super geschlafen, die Sonne scheint, es ist warm und ich entschliesse mich, Frühstück zu machen. Der Gedanke ans Baden scheint auch Nico zu beflügeln, kurzfristig steht auch er schon auf der Matte – nur Heidi scheints heute nicht ganz zu packen – aber egal, ist ja Urlaub.   Kaffee- und Brötchenduft locken dann aber auch Heidi aus der Kiste, und so frühstücken wir erstmal vor dem Womo und machen uns dann “Strandfertig”.

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Der Strand erweist sich als absolut ideal für Kinder: flach ins Meer abfallend, feiner Sand, relativ ruhiges Wasser was die Wellen und Strömungen betrifft und angenehm warm – Nico kann seine zuhause begonnenen Schwimmversuche hier in aller Ruhe fortsetzen. Lediglich die zehenzwickenden Krebse sind ab und an etwas nervig. Jedenfalls haben wir einen Mordsspass hier und sind uns einig, daß wir ein paar Tage bleiben. Der Ort selbst bietet genügend Einkaufsmöglichkeiten und auch die eine oder andere Pizzeria (wo ich mich auf meine ganz persönliche Art an den zehenzwickenden Krebsen räche) und vor allem ist´s noch weitaus ruhiger wie in den weiter südlich folgenden Orten wie z.B. Cesenatico, Rimini oder Riccione.

Sonntag, 08.08.2004

Wir haben uns entschieden, weiterzufahren. Um 10:20 Uhr kommen wir nach den üblichen Prozeduren (Aufräumen, Einräumen, Bezahlen – den Chef des Platzes können wir überzeugen, daß wir, auch wenn es nicht gerade 9:00 Uhr ist für heute nicht mehr bezahlen werden) und nach dem Entsorgen endlich los mit dem Ziel, ins Landesinnere zu fahren. Wir möchten uns die Grotten von Frasassi anschauen. Zuerst liegt aber noch die vielgepriesene “Königin der Marken-Städte”, Urbino auf dem Programm, da diese auf unserer Strecke liegt. Wir fahren vom Stellplatz aus bis hinter Ravenna noch gemütlich auf der Küstenstrasse durch verschiedene typisch italienische Urlaubs-/Badeorte. Hier scheint sich in den vergangenen 30 – 35 Jahren nicht viel verändert zu haben – vieles erinnert mich spontan an die früheren “Rimini-Zeiten” mit meinen Eltern. Auf jeden Fall ist die Strasse hier, wenn nicht gerade der schnellere, dann aber sicher der bequemere Weg. Wir möchten die neu erstandene Milch diesmal trinken und nicht wieder sauer in den Gulli kippen! Hinter Ravenna geht´s dann aber wieder auf die Hauptstrasse, an Rimini vorbei bis Pesaro, wo wir ins Landesinnere nach Urbino abbiegen. In Urbino begeben wir uns auf den grossen städtischen Parkplatz und essen erst mal gemütlich im Womo zu Mittag. Danach fahren wir auf den gebührenpflichtigen Teil und machen uns auf zur Stadtbesichtigung.

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OK – Urbino ist tatsächlich eine schöne, guterhaltene italienische Stadt mit vielen sehenswerten Gebäuden. Aber Königin der Marken-Städte? Wenn man unterwegs ein klein wenig die Augen offenhält und auch mal einen Abstecher von der Hauptroute weg vornimmt, kann man unterwegs Dutzende ähnlich schöner Städte besuchen. Und da andere Städte nicht mit diesem Prädikat ausgezeichnet sind, fehlt der Touristenrummel fast gänzlich und man erlebt das Ganze in total natürlichem Umfeld (auch was die Preise angeht). Nach ca. 1-1/2 Std. fahren wir dann auch weiter Richtung Fossombrone (zwischenzeitlich bei einem mächtigen Gewitter, was alles nicht kühler aber dafür deutlich feuchter und klebriger macht) über Acqualagna, Cagli, Frontone und Sassoferrato nach Genga. Unterwegs hat dann Nico sein Schläfchen beendet und wacht mit einem fürchterlichen Schmerzensschrei auf: er war so bescheuert in seinem Sitz gelegen, daß er den Kopf nicht mehr bewegen konnte. Also rechts ab auf den Parkplatz eines (geschlossenen) Supermarkts direkt vor den Eingang, vorsichtige Bewegungsübungen machen. Nico merkte natürlich unser Mitleid und die Bemühungen, ihm helfen zu wollen und so tat angeblich alles noch mehr weh. Nachdem er sich dann aber ein Grinsen nicht mehr verkneifen konnte und ich so langsam sauer wurde beendeten wir diese Aktion. (Zwischenzeitlich waren bestimmt an die 20 PKW auf diesen Parkplatz gefahren um in dem – immer noch geschlossenen – Supermarkt auch einzukaufen. Wir ernteten auf Grund dieser Irreführung ein paar böse Blicke – aber was solls). Die Grotte di Frasassi ist bereits seit längerer Zeit gut ausgeschildert und man kann eigentlich nicht viel falsch machen. Allerdings ist der Stellplatz in Promobil beschrieben mit “am Eingang der Grotte”. Und das kann nun absolut gar nicht sein – hier gibt´s nur steile Felsen links und rechts der Strasse und einen Bach! Also weiter, da umdrehen hier eh´nicht geht, bis zum nächsten Großparkplatz, der´s eigentlich sein könnte. Aber das sind jetzt schon einige Kilometer von der Grotte weg – muß man dann da hinlatschen? Wir fahren noch ein Stück weiter und tatsächlich – es kommt noch ein größerer Großparkplatz mit vielen Autos, Bussen und Wohnmobilen. Hier befindet sich auch der Eintrittskartenverkauf. Im Eintrittspreis ist dann, wie wir noch erfahren werden, auch der Pendelbus zum Grotteneingang hin und wieder zurück beinhaltet.

Stellplatz an der Grotte von Frasassi, 17:50, 212 km

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Der Stellplatz befindet sich links der Zufahrtsstrasse, für Womos ist der vordere, ebene aber auch schattenlose Bereich reserviert. Aber da bereits schon einige Wohnmobile weiter hinten auf dem Platz zwischen den Bäumen stehen, tun wir dasselbe und fahren auch weiter rein. Die Ent- und Versorgungsmöglichkeit ist allerdings gegenüber auf dem PKW-Parkplatz und wegen parkender Fahrzeuge evtl. schwer zugänglich. Es ist ausreichend Platz für eine Vielzahl von Womos, Kostenpunkt EUR 0;00 inkl. Ent-+Versorgung. Wir erkundigen uns noch bezüglich der Eintrittspreise und erfahren, daß man sich an die Zeiten der Führungen halten muß, und nicht auf eigene Faust in die Grotte darf. Anschliessend schlendern wir noch ein wenig über den Platz mit Marktständen wie auf dem Wasen (Volksfest in Stuttgart) oder auf der Wies´n (Volksfest in München) mit allem was man braucht oder auch nicht (Nico möchte prompt eine Pistole, ein Stofftier, ein Auto …). Wir können´s ihm ausreden, kaufen Olivenbrot, Wurst und Käse, gehen zum Womo zurück und vespern. Später machen wir noch ein paar Spiele und suchen uns gemeinsam eine für uns passende Besuchszeit in die Grotte aus. Meine zwei gehen schlafen, ich lese noch ein wenig und dann ist´s gut für heute.

Montag, 09.08.2004

Die Nacht war alles andere als ruhig. Der nahe Bahnhof war nicht zu überhören (Züge und Lautsprecherdurchsagen), ein Marktstandbesitzer hat die halbe Nacht lang seinen Laden umgekrempelt und in aller Herrgottsfrühe haben Arbeiter mit Mäharbeiten an der naheliegenden Strassenböschung angefangen – kurzum, wir sind Hundemüde. Nach dem Frühstück begeben wir uns dann so langsam zum Ticketverkauf und zur Bushaltestelle. An der Grotte werden die Besucher dann in Gruppen nach Nationen aufgeteilt, weil die Führungen in verschiedenen Sprachen vorgenommen werden. Wir haben Glück, die “deutsche Gruppe” besteht nur aus ca. 10 Teilnehmern und so kommt alles gut verständlich rüber. Mit den richtigen Klamotten (Innentemperatur 14° C.) begeben wir uns dann ins Innere der Grotte – und was uns hier erwartet ist absolut gigantisch: Stalaktiten, Stalakmiten, unterirdische Seen, Schächte, Galerien und Bögen, verschiedene aneinandergereite Säle – alles aus Wasser und Ablagerungen in Jahrmillionen entstanden. Es war ein einzigartiges Erlebnis wie wir es zuvor in diesen Dimensionen noch nicht gesehen hatten. Nach Beendigung der Führung und der Rückkehr zum Womo fahren wir, nach dem Entsorgen gegen 13:30 Uhr weiter. Wir möchten heute noch zum Bolsena-See und kennen dort keinen Stellplatz. Also machen wir uns auf den Weg Richtung Fabriano, Perugia (den Trasimenosee lassen wir jetzt mal rechts liegen – wir waren vor 4 Jahren schon mal da) bis sich bei Todi die Strasse teilt und wir uns rechts Richtung Orvieto halten. Hier beginnt wieder mal ein atemberaubender Anstieg mit vielen Kehren, bis sich uns linker Hand auf einem Hügel der Anblick von Orvieto bietet. Leider verfehlen wir einen günstig gelegenen Parkplatz und fahren ohne ein Bild gemacht zu haben weiter. Die Landschaft wird nun zunehmend südländisch, abgemähte Felder, endlose Olivenhaine und verstreut gelegen Anwesen auf sanften Hügeln bestimmen fortan das Bild. Und dann erreichen wir schließlich Bolsena – und die Sucherei geht los.

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Unten im Zentrum angekommen biegen wir erst mal rechts ab (natürlich!), kommen bald schon wieder an den Ortsrand ohne etwas gefunden zu haben und fahren auf einer Landstrasse an mehreren Campingplätzen vorbei. Erstens liegen diese aber alle zu weit vom Zentrum weg (auf dieser Straße wollen wir weder gehen noch radeln) und Zweitens suchen wir ja keinen Campingplatz. Also irgendwie wenden und zurück, durch den Ort durch in die andere Richtung. Aber auch hier kommt nichts! Plötzlich meint Heidi, aus den Augenwinkeln heraus rechts weg ein “Womo-Entsorgungs-Schild” gesehen zu haben. Also wieder irgendwie wenden und nochmals zurück. Und wirklich ist da ein Schild. Jetzt also links runter und – direkt auf einen Campingplatz zu!? Wollen wir aber eigentlich nicht! Weiter gehts, parallel zum Strand und auf einmal sehen wir in einem eingezäunten Gelände mit Olivenbäumen hinter einem Eisentor Wohnmobile stehen. Wohnmobil stopp mitten auf der Strasse, Warnblinkanlage an (wir sind ja schliesslich in Italien und lernfähig), Heidi raus aus der Karre und rein durchs Tor. Nach einer Weile kommt sie wieder raus, öffnet das Tor und winkt – Stellplatz gefunden und vom Boss als OK befunden.

Stellplatz Bolsena 16:30, 176 km

Der Stellplatz ist Super!!! Kapazität: ca. 25 – 30 Fahrzeuge. Kosten EUR 12,00 inkl. V+E+Strom Boss hat gut gewählt!

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Nachdem wir uns mit dem Womo nicht zwischen 2 Bäume quetschen konnten (weder Tür noch Fenster wären dann noch aufgegangen), uns dieses Plätzchen aber gefällt, stehen wir einfach quer davor. Platz nehmen wir damit keinem weg, aber wir haben einen eigenen, abgeschotteten kleinen Garten mit Oliven- und Feigenbäumen und Weintrauben.

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Der Stellplatz liegt direkt am sauberen, flachen Strand

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und ca.10 Min. vom Supermarkt bzw. 15-20 Min. vom Zentrum entfernt. Wir gehen noch etwas einkaufen und gucken hierbei gleich den Strand an, Essen zu Abend, machen´s uns am Womo gemütlich und verbringen in “unserem Garten” noch einen schönen Abend, bevor wir uns irgendwann mal zurückziehen.

 

Die nächsten Tage in Bolsena

Wir haben wunderbar geschlafen, das Wetter sieht auch weiterhin gut aus und wir sind uns sicher, hier ein paar Tage zu bleiben. Also packen wir nach dem Frühstück unser Badezeug und gehen zum Strand. Das Wasser ist sauber und warm, der Strand fällt langsam ab und ist flach. Hier können wir Nico bedenkenlos schwimmen lassen, müssen aber dennoch aufpassen, weil er sich so langsam gegen jegliche Schwimmhilfen wehrt.

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Während der größten Hitze ziehen wir uns dann immer zum Womo zurück, essen eine Kleinigkeit und halten dann Siesta. Gegen Nachmittag kommen wir nochmal zum Schwimmen zum Strand und spazieren abends dann ein wenig ins Städtchen. Sämtliche öffentlichen Anlagen sind hier unheimlich gepflegt: sattgrüner Rasen und wunderschöne Blütenpflanzen.

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Und wir machen hier noch eine weitere Entdeckung: es lohnt sich, einmal ein Stück weg vom Strandrummel und Stadtzentrum in die Altstadt reinzugehen (z.B. durch die alten, engen Gassen hoch zur Burg). Hier trifft man vergleichsweise wenig Touristen, bemerkt die Freundlichkeit der Einwohner und kann vor allem gut und relativ günstig zum Essen gehen, was wir dann während unseres Aufenthalts hier auch noch tun

 

Donnerstag, 12.08.2004

Jetzt haben wir den Süden endgültig geschmeckt. Uns zieht´s weiter. Von Paestum haben wir mal was gelesen. Um 11.00 Uhr sind wir so weit fertig und können los. Wir fahren am See entlang nach Montefiascone (auch so ein schönes Städtchen) und über Viterbo immer auf der “2er” bis Rom. Seither haben wir ja noch kein einziges mal eine “Autostrada” benutzt. Da es jedoch recht warm ist, wir auch ein klares Ziel haben und recht wenig Informationen über die Gegend hier werden wir dies jetzt aber tun. Auf der Tangente umfahren wir Rom nördlich, nehmen dann die “1er” bis Höhe Caserta und dann die “30er” bis Salerno. Kostet für uns EUR 10,80. Danach fahren wir auf der “3er” bis zur Abfahrt Battipaglia (kostet dann nichts mehr). Und ab dieser Abfahrt ist nichts mehr wie es früher einmal war: Autofahren bedeutet ab sofort Hand auf die Hupe, Augen zu und durch, nicht nachgeben und hoffen, daß alles gutgeht! Uns Rechtsüberholende Rollerfahrer müssen aufpassen, nicht mit ihnen (ebenfalls rechts) entgegenkommenden zu kollidieren. Parallel dazu überholen uns aber auch links welche, die wiederum von PKWs ganz links überholt und beinahe von aus Grundstücksausfahrten kommenden Fahrzeugen abgeschossen werden. Evtl. Gegenverkehr wird ignoriert – der muss halt ausweichen! Grundsätzlich sind Strassenmarkierungen (Pfeile und sonstige) nur dazu da, daß der Asphalt nicht so langweilig grau ist, rote Ampeln gelten, wenn überhaupt nur so lange, wie keiner kommt. Wenn dann halt doch noch unerwartet einer kommt – Pech gehabt (haben wir mehrfach erlebt)! Allerdings lerne ich schnell, nicht immer gleich nachzugeben, sonst verbringen wir den Rest unseres Urlaubs auf einer Kreuzung und kommen gar nicht mehr vorwärts – Heidi verzieht sich vorsichtshalber mal nach hinten auf die Sitzbank.

Die Beschilderung hier ist ebenfalls genial: wenn man nach den Himmelsrichtungen fährt und ab und zu mal so abbiegt, wie man nicht sollte bzw. darf fährt man meist am besten. Die Richtung, in welche die Schilder zeigen (falls überhaupt vorhanden) läßt sich manchmal nur erahnen. Extrem negativ allerdings fällt uns das auf, was uns seit einiger Zeit am Strassenrand begleitet: das Ergebnis aus der unkonventionellen Art der Süditaliener, ihren Müll zu entsorgen. Ich rege mich zwar ständig über den “Trittin-Müll” auf, welcher so nach und nach unsere Stauraumkapazitäten stark einschränkt (beim Öffnen der Stauraumklappen fliegen als erstes mal leere Kunststoff-Weizenbier-, Apfelschorle- und Sprudelflaschen aus der Karre) aber zwecks Pfand muß das Zeug halt leider wieder zurück nach Deutschland. Aber das hier am Strassenrand ist auch nicht gerade die optimale Lösung.

Schließlich kommen wir dann heil am Ziel an.

Stellplatz Paestum, 15:30, 415 km
Der Platz ist gefüllt!!! Aber hauptsächlich mit PKWs von Strandbesuchern (man nimmt was kommt – wir sind in Süditalien!). Der Chef (Signore Mandetta) zeigt uns ein schattiges Plätzchen, wo wir warten können bis was frei wird. Auf meine Frage hin, was der Platz kostet, meint er EUR 20,00. Ich schlucke, habe aber momentan wenig Alternativen und Argumente. Nach einer guten Stunde ist´s dann soweit – der Chef winkt – wir können rein. Und jetzt heisst´s ruhig bleiben: wenig Platz zum rangieren und massig freundliche Italiener, welche uns alle einweisen möchten – aber Erstens guck´ ich lieber selber auch wenn Mandetta meint, ich solle nur auf seine Handbewegungen achten und Zweitens schaut keiner nach oben! Aber ich denke daran – unsere Dachantenne! Beim Rückwärtsfahren hängt sie sich bestimmt in einer der Reben ein – und diese Reparatur möchte ich mir im Urlaub bei 38 – 40° ersparen. Deshalb hole ich aus der Heckgarage einen Gummiwischer mit Teleskopstiel (auch wenn die vielen Italiener so langsam hektisch werden, weil sie aus dem Parkplatz rauswollen und ich alles blockiere) und drück´ ihn Heidi in die Hand. Diese muß, auf dem Tisch stehend, die Dachantenne durch das geöffnete Dachfenster mit dem Wischer nach unten drücken, solang ich rückwärts fahre. Alles klappt, Dachantenne und Heidis Kopf noch dran, Heki rechtzeitig wieder zu und wir stehen gerade in der Lücke!

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Jetzt frage ich aber doch nochmal nach: “EUR 20,00? – ich habe da was anderes gehört”. Mandetta meint, EUR 20,00 bei nur einer Nacht. Bei mehreren Nächten sind´s dann natürlich nur EUR 15,00! Inkl. V + E + Strom! Wenn ich nicht mehr gefragt hätte? Süditaliener eben! Daß ich etwas von EUR 17,00 gelesen habe, sag´ich ihm natürlich nicht! Deutsche eben! Je nach Belegung durch Pkw passen bestimmt gut 25 Womos auf den Platz, alle unter grünen Matten, was sich als angenehm erweist. Und das Beste: der Platz liegt direkt am Strand, nur durch Schilfrohrmatten davon getrennt – Klasse! Nach der üblichen Prozedur (Keile, Stützen, Matten usw.) schauen wir uns ein wenig um. Nach unserer Rückkehr hantiert Mandetta mit Hammer und Zange an einem deutschen Womo herum: Die haben beim rangieren nur auf seine Handzeichen geachtet und nicht selbst geguckt – wusst´ ich´s doch! Und ich entdecke weisses Pulver an unseren Reifen (muss Daniele, Mandettas Helfer rangestreut haben) – gibt´s hier streunende Hunde? Jetzt aber erst mal Tisch raus, Stühle raus und Abendessen! Ameisen gibt´s hier aber auch ganz schön viele! Der Nachbar mit der Reparatur meint, wir sollen uns das Pulver auch an die Stützen streuen lassen – die Viecher kommen sonst auch noch ins Womo rein. Hunde im Womo? Und so langsam blick´ ich´s: AMEISEN! Und irgendwie riechts hier auch komisch. Einmal stinkt´s und einmal kommt ein Schwall Teergeruch vorbeigezogen. Und plötzlich kräht´s und schnattert´s: direkt hinter uns ist der Hühner- und Gänsestall – eigentlich wäre der Platz ja ganz schön … Am Abend gehen wir noch zum Strand: Total zugemüllt! Wir spazieren weiter und schauen, was hier sonst noch so los ist und plötzlich ist mord´s was los: Spielautomaten, Karussells, Musik daß einem schier die Ohren wegfliegen, Luftmatratzen, Gummiboote, Taucherbrillen, Pizza, Schuhe, Klamotten: Italien – und wir mittendrin! Wir gehen zurück zum Womo, machen einen Wein auf und noch ein wenig auf gemütlich, bis wir dann gegen später abliegen.

 

Die nächsten Tage in Paestum

Wie wir geschlafen haben? Warm wars und dieser Sch…gockel im Hühnerstall kräht seit 5:00 Uhr unaufhörlich- sonst wars ganz OK! Ich mache Frühstück und drücke so nebenbei die eine oder andere Ameise kaputt. Nach dem Frühstück gehen wir, mit gemischten Gefühlen, an den Strand (der Müll von gestern Abend macht uns Sorgen), aber siehe da. Blitzsauber!!!

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Die müssen die ganze Nacht unter Einsatz von schwerstem Gerät gearbeitet haben! Der Sand ist fein (und sauheiß!), der Strand ist flach – aber bei diesen Wellen läßt sich an´s Schwimmen nicht denken (Nico schon gar nicht). Also beschränken wir uns auf´s Herumplantschen und Wellenhüpfen, wobei man selbst hierbei noch ziemlich auf die extreme Strömung, welche teilweise wie ein Sog wirkt, aufpassen muss.

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So gefällt´s Nico auch ganz gut, und den einen oder anderen Spielkameraden findet er auch.

Da wir vorhaben, in den nächsten Tagen die Ausgrabungsstätten zu besuchen, wollen wir am Abend schon mal hingehen um uns zu informieren. Unter Lebensgefahr latschen wir am Strassenrand entlang und suchen  – wie immer natürlich – erst mal in der falschen Richtung.
Schliesslich finden wir´s dann aber noch und stellen fest, daß dies eine gute Entscheidung war. Abends und nachts ist´s beleuchtet:

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Wieder zurück am Stellplatz sitzen wir noch vors Womo (was auch sonst bei dieser Wärme?), trinken ein Gläschen Wein und Aqua (mit Gas) und Nico ein Spezi und bemerken so beiläufig, daß ganz schön viele Ameisen auf unserem Fahrzeug herumspazieren. Trotz dem Pulver? Wo kommen die wohl her? So geht´s nicht! Mit Wasser, WC-Reiniger und Spülmittel sprühe ich die “Hauptlaufwege” ab und scheine es für´s Erste in den Griff bekommen zu haben. Meine beiden sind reif für die Falle und gehen schon mal rein, ich bleibe noch ein wenig draussen, lese ein bisschen und überprüfe die Ameisenwege – hoffentlich hat das Gesprühe dauerhaft geholfen. Dann gehe ich auch rein und lese drinnen noch ein wenig weiter. Die eine oder andere Ameise scheint´s doch rein geschafft zu haben. Dann werde ich aber auch müde und gehe ebenfalls zu Bett.

Ich bin mir ganz sicher – heute stirbt dieser Sch…gockel! Wie -gehabt: Pünktlich um 5:00 Uhr gings auch heute wieder los!

Da es doch ziemlich warm ist bekommt der Gockel nochmal eine Schonfrist. Wir verbringen unsere Zeit doch lieber mit Baden, Siesta, Baden, Essen und – abends Ameisen jagen.

Oder wir lassen die Ameisen und gehen nochmal zum Strand: die Sonnenuntergänge hier sind sensationell!

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Jetzt wollen wir aber auch noch zu den Ausgrabungsstätten – und zwar gleich morgens, so lang es noch nicht so heiß ist um dann mittags vielleicht noch Baden zu können!

Also machen wir uns auf die Socken, wieder zu Fuß und wieder unter Lebensgefahr! Wir kaufen uns eine Infobroschüre, damit wir wissen, was das hier überhaupt alles zu bedeuten hat und gehen rein.

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Da das alles recht imposant ist (natürlich klein gegen Pompei oder ähnliches in Griechenland) und Nico ausgiebig rumklettern kann und es ihm so nicht langweilig wird, verbringen wir doch den halben Tag hier. Ausserdem geht heute ein angenehmes Lüftchen und es kommt einem nicht ganz so heiß vor.

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Irgendwann folgen wir aber doch doch dem Ruf des Strandes und wir begeben uns (vorsichtig!) wieder auf den Rückweg.

Beim Zusammenkramen unseres Badezeugs glaube ich, mich trifft der Schlag: Ameisen, Ameisen, Ameisen – und zwar IM Womo! Der Gockel hat nochmal Glück gehabt, ich widme meine gesamte Aufmerksamkeit ab sofort diesen Viechern. Wo kommen die her? Ein neuerlich Rundgang ums Womo herum schafft, so hoffe ich zumindest, Klarheit: vorne rechts stehen wir auf Keilen, also ist das Womo hinten links niedriger. Und hier steht der Spritzlappen auf dem Boden auf. Also Daniele holen, Pulver streuen! Und innen wischen, zerdrücken und schlagen was das Zeug hält. Aber drin sind sie eben schon. Also gehn wir Baden. Die extreme Strömung bewirkt, daß man im Wasser läuft, wie besoffen: jetzt Knöcheltief und beim nächsten Schritt Bauch- oder sogar Schultertief. Der Meersesboden ist völlig unregelmäßig abgetragen und woanders wieder aufgetürmt. Für Kinder viel zu gefährlich, so daß Nico ziemlich weit aussen bleiben muß. Allerdings pfeifen die “Bademeister” heute so oder so jeden zurück, der weiter als 10 m ins Wasser rein geht. Heute ist´s nur erfrischend, Spass macht´s aber wenig.

Am Womo riecht´s wieder mal extrem nach Teer. Aber es ist Sonntag – da wird doch wohl kaum einer arbeiten! Bei Signore Mandetta nachgefragt erfahre ich, daß es sich nicht um irgendwelche Asphaltarbeiten in der Nähe handelt, sondern lediglich um das “Medikament”, welches Daniele (Eimerweise) in den Hennenstall kippt (vermutlich Desinfektionsmittel o.ä.).

Wir haben jetzt noch eine Woche vor uns (hab´ ich zumindest seither immer gemeint) und sind doch relativ weit im Süden. Daher (und wegen des Geruchs, der Wellen und der Ameisen) werden wir morgen wieder ein gutes Stück Richtung Norden fahren.

Montag, 16.08.2004

Wir haben gestern noch einiges aufgeräumt und ich hab´auch schon mal angefangen, mittels Eimern das Abwasser zu entsorgen, so daß wir heute etwas früher fertig sind. Nach der Verabschiedung von unseren Kehlheimer und Heidelberger Nachbarn, die, wie sich herausstellt, auch heute fahren werden, verlassen wir den Stellplatz um 9.30

Wir werden nicht, wie auf der Herfahrt nach Battipaglia zurück und dort auf die Autostrada sondern an der Küste entlang fahren. Daher halten wir uns von Paestum aus, egal was die Schilder meinen, erstmal immer links und fahren dann am Meer entlang. Irgendwann geht´s dann mal Richtung Salerno, also alles OK! Bei Salerno müssen wir dann aber doch auf die Autostrada (ist aber nur ein kurzes Stück gebührenpflichtig – EUR 1,80), weil wir Amalfi ja am Tag nicht dürfen. Was Neapel betrifft wählen wir aber auf jeden Fall und freiwillig die Südtangente. Umbringen (lassen) möchten wir uns dann doch nicht. Allerdings hat man auch von der Autostrada aus teilweise einen traumhaften Blick auf´s Meer und den Hafen.

Hinter Neapel fahren wir bis zum Autostradaende bei Pozzuoli, wo wir uns dann wieder Richtung Meer orientieren. Weitere Route: Mondragone, Formia, Gaeta, Terracina, San Felice und ab hier wieder eine (vielleicht nicht gerade im August, wenn alles zugeparkt ist) traumhafte Küstenstrasse über Sabáudia bis Nettuno. Teilweise geht´s um Millimeter zwischen geparkten Fahrzeuge und dem Gegenverkehr hindurch. Bei einem Ausweichmanöver holen wir uns dann auch noch ein paar Macken am Alkoven (Riesenpinienzapfen an einem Baum) und Kratzer am Wohnraumfenster. Jetzt wollen wir wieder ein Stück in´s Land rein fahren Richtung Aprillia, damit´s Richtung Rom noch ein Stück vorwärts geht. Vor Rom wählen wir nochmals die Autostrada (Südtangente) bis Abfahrt 3 und dann Richtung Bracccianosee.

1. Station hier: Anguillara. Aber hier gibt´s nicht den geringsten Hinweis auf einen Stellplatz. Also weiter nach Bracchiano. Und hier geht nur Parkplatz (direkt an der Strasse) oder Campingplatz – arg begeistert sind wir nicht! Da wir aber jetzt alle genug haben und nicht mehr wollen, nehmen wir halt ´nen Campingplatz!

Camping Azzuro, 19:00, 418 km

Der Campingplatz liegt am See, begeistert uns aber weder von der Anlage her noch von der Ausstattung. Düster, feucht, nur mit (teurem) Imbiss und kleinem Laden, keine Entsorgungsstelle (nur Zelte oder Dauercamper) und nix drumherum. Ausserdem zu weit zum Ort. Kostenpunkt: EUR 25,00 ohne Strom- na ja. Unsere Stellplätze waren durchweg besser!

Dienstag, 17.08.2004

Wir werden bestimmt nicht hierbleiben!

Gestern abend haben wir nochmal den See getestet. Wenigstens dieser ist OK: Sauber und warm! Ich hab´Nico gestern vorgeschlagen, so lang ich aufräume, das Klo entsorge und bezahle mit Heidi noch Baden zu gehen. Will er aber heute auch nicht mehr, lieber noch sein ferngesteuertes Boot fahren lassen – auch gut! Um 11:20 Uhr geht´s dann (mühsam) weiter: die Ausfahrt aus dem Platz ist so abartig steil, daß wir an der Schranke beinahe nicht mehr weg und den Berg nicht hochkommen. Oben an der Straße kann ich leider nicht anhalten – zum Glück kommt keiner.

Wir fahren über Orvieto (den auf der Hinfahrt übersehenen Parkplatz treffen wir diesmal und machen das Bild),

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Ficulle, Pieve und Chiusi nach Passignano am Lago Trasimeno. Dort soll´s einen Stellplatz am See geben. Gibt,s auch, gefällt uns aber nicht (asphaltierter Parklplatz), keine vernünftige Bademöglichkeit. So Ent- und Versorgen wir nur, weil wir wissen, daß dies in Castiglione nicht möglich ist, bzw. nur am Campingplatz. Dann machen wir uns auf nach Castiglione del Lago. Hier wollen wir aber nicht, wie vor 4 Jahren, auf den Campingplatz sondern zum Stellplatz beim Schiffsanleger. Aber der Stellplatz ist nicht mehr da! Ich bin sauer und maule Heidi an (obwohl die ja gar nichts dafür kann) und beschliesse, wieder nach Passignano zurück zu fahren. Und plötzlich ist da links der Strasse der Stellplatz – wurde wohl nur verlegt, alles in Ordnung.

Stellplatz Castiglione del Lago, 17:20, 212 km
Einfacher Stellplatz für ca. 30 Womos auf Wiese in Seenähe unterhalb der Altstadt, keine V+E, EUR 0,00

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Nach dem Abendessen gehen wir noch am Strand vorbei, essen ein Eis und spazieren hoch in den Ort.

Nachdem wir durch die typischen Altstadtassen geschlendert sind und Geschäfte inspiziert haben, hört Heidi plötzlich von irgendwoher Musik. Wir folgen den Klängen und finden, eine Nebengasse weiter in einem vermeintlich normalen Haus hinter einem riesigen, geöffneten Holztor eine Art Kirche (ca. 20 m lang, 10 m breit und mind. 7m hoch) in welcher eine Gruppe von vielleicht 15 Personen mit Kindern Lieder einstudiert. Die Akkustik ist hier so enorm, daß man meinen könnte, hier probt ein Riesenchor mit elektrischen Verstärkern. Wir sind so fasziniert, daß wir über eine Stunde in der Kirche verweilen und zuhören. Irgendwann schläft Nico aber beinahe ein und wir gehen zurück zum Womo. Hier erwarten uns Millionen kleiner Blutsauger und größerer Flieger, welche sofort nach dem Öffnen der Tür und dem Schließen der Fenster im Womo sind. Ich entschliesse mich recht schnell, den Wechselrichter einzuschalten um unsere Insektenlampe zu aktivieren. Fortan blitzt und knallt es unaufhörlich, aber die Flieger werden weniger. Ameisen haben wir allerdings immer noch!

Mittwoch, 18.08.2004

Nach dem Frühstück gehen wir an den Strand, sind aber schnell enttäuscht. Das Wasser ist nicht unbedingt sauber, der Grund teilweise matschig. Nico macht´s scheinbar nicht so viel aus. Nachdem er auch noch 2 Spielkameraden gefunden hat, ist´s OK und Heidi und ich können in Ruhe in der Sonne liegen und lesen.

Am Abend gehen wir, da wir Italien jetzt so langsam Richtung Norden verlassen werden, zum Abschluss nochmal ausgiebig Fisch essen und den Vino geniessen.

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Donnerstag, 19.08.2004

Heute haben wir eine grössere Strecke zum Fahren vor uns. Heidi hat gestern beim Essen (während eines Telefonats mit Opa) so beiläufig erwähnt, daß sie eigentlich schon am Freitag zu Hause sein möchte, um noch einiges zu erledigen. Prima – eine für 3-4 Tage geplante Strecke machen wir jetzt eben in 2. Ich bin stocksauer!

Also ab um 9:45 nach Lucignano – da soll´s einen Stellplatz mit V+E geben. Gibt´s aber nicht (mehr) und wir düsen weiter nach Arezzo. Der Stellplatz  mit V+E ist aber nirgends ausgewiesen und unauffindbar! Also weiter mit unserem stinkenden Klo und Abwasser auf der “69″ nach Montevarchi und tatsächlich werden wir hier unsere duftende Ladung endlich los! Meine “gute Laune” hält sich aber immer noch in sehr engen Grenzen und ich fahre ohne große Kommunikationsbereitschaft nach Florenz, auf der A1 nach Modena und auf der A22 nach Bozen und dann über Meran nach Schlanders.

Parkplatz Freizeitgelände Schlanders, 19:00, 609 km
Parkplatz an den Sportplätzen in Freibadnähe (=kein offizieller Stellplatz).

Freitag 20.08.2004

Ich bin immer noch nicht begeistert von diesem vom “Chef” kurzfristig anberaumten Urlaubsende.

Nach dem Frühstück fahren wir um 10:55 weiter über den Reschenpass (Regen, 8°C, was meine Laune nicht verbessert) und den Fernpass nach Nesselwang, um hier nochmal zu Entsorgen.

Danach fahren wir auf dem direkten Weg zurück nach Hause.

 

Ankunft in Hochdorf: 17:05, 364 km

FAZIT nach 3 traumhaften, sonnigen und erlebnisreichen Wochen und ca. 3.200 km: Wir sind begeistert von dem was hinter uns liegt (bis auf das von Heidi so geplante, für mich jedoch aprupte Urlaubsende) und sind uns einig, dieses Jahr die richtige Urlaubswahl getroffen zu haben. Eine ähnliche Tour, dann aber mit dem südlichen Ziel Gargano / Apulien könnten wir uns auch sehr gut vorstellen – mal sehen was wird.
Übrigens: Unsere Fahrräder haben wir – bis auf das von Nico – tatsächlich nur spaziergefahren. Und den Fernseher auch, benutzt haben wirs nicht! Ausser Nico´s Andenken (Steine, Stöcke, Muscheln, div. Tüten voll Sand von den Stränden) räumen wir im Laufe der nächsten Tage noch ein komplettes Ameisennest (mit Eiern) aus dem Womo und entfernen hunderte kleine Raupen (vermutlich Larven von den Fliegern vom Trasimenosee).

Skiurlaub 2004 – Ultental/Südtirol

Skiurlaub 2004 – Ultental/Südtirol

Glücklicherweise konnten wir unseren - in diesem Jahr bis zuletzt mit einem dicken Fragezeichen versehenen –  Skiurlaub doch noch, wenn auch reichlich kurzfristig antreten (aber auch das ist ja einer der vielen WOMO-Vorteile).
Eigentlich ging’s bei mir in der Firma so Drunter und Drüber, dass ich kaum klar sah, aber da Heidi bis Ende März ihren Resturlaub nehmen musste und Nico ebenfalls die Tradition “Skiferien im Ultental” einforderte, gab ich nach und wir düsten am 19.März so gegen 14:00 Uhr los. Das WOMO hatten wir bereits unter der Woche weitestgehend startklar gemacht.

Die Fahrtroute ins Ultental und eine Beschreibung des Skigebietes ist ja im Bericht der Vorjahre bereits ausführlich enthalten, also spar ich mir dieses jetzt.

In Österreich (Berwang-Bichlbach) vollgetankt und in Nauders (Reschenpass) endgültig mit nochmal 10 Ltr. Diesel aufgefüllt fahren wir diesmal ohne grössere Pausen durchs Vinschgau hindurch direkt bis nach Meran, um dort zu übernachten (die Spritmenge reicht dann locker bis ins Ultental und wieder zurück nach Heiterwang, um dort vor der Rückkehr nach Deutschland wieder vollzutanken).

Nachdem wir im vergangenen Jahr feststellen mussten, daß der WOMO-Platz am Bahnhof in Meran nicht mehr besteht (Höhenbegrenzungen), fahren wir diesmal direkt zur Trabrennbahn. Bei unserer Ankunft steht die Schranke an der Zufahrt offen und das Kassenhaus ist unbesetzt. So fahren wir auf den Platz und suchen uns eine Ecke zum Übernachten. Da der Verkehr auf der vorbeiführenden Straße im Laufe des Abends deutlich nachlässt und auch die PKW´s nach und nach wegfahren (Hallenbad nebenan) ist´s in der Nacht recht ruhig.

Samstag, 20.03.2004
Dies ändert sich gegen 6:00 morgens jedoch schlagartig: Die ebenfalls auf dem Gelände abgestellten Linienbusse laufen warm und starten irgendwann mal durch, ausserdem werden die Abfall- und Glascontainer geleert – glauben wir jedenfalls. Nachdem dann auch noch ein “Ragazzi-Kofferradio” direkt neben uns in vollster Lautstärke dröhnt und an Schlaf nicht mehr zu denken ist, stehen wir auf und “linsen” mal durch die Rollo-Schlitze: Der Lärm am Morgen kam nicht vom Container leeren sondern vom Container abstellen, und das direkt vor unserem WOMO – wir waren komplett zugestellt.
Wie sich schnell herausstellt, ist heute Wertstoffsammlung. Und da die Container in diesem Fall dann wahrscheinlich immer hier abgestellt werden (man muß es nur wissen) stehen diese auch diesmal hier, auch wenn wir schon vorher da waren (die nur abgestellten, nicht bewohnten WOMOs der Einheimischen wurden komplett frei gelassen):

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Das “Ragazzi-Kofferradio” gehört dem “Wertstoff-Aufpasser”, dem es aber scheinbar relativ egal ist, wer was wo reinschmeißt. Er ist einfach nur da und macht Krach mit seiner Soundmaschine.
Also frühstücken wir erst mal, hören dazu (Ragazzi-)Musik, machen uns fertig und suchen ein Schlupfloch zwischen Containern, Bäumen und Büschen und kommen tatsächlich hier irgendwie wieder raus. Die Schranke ist immer noch offen, Geld will auch niemand und so fahren wir wieder auf die Schnellstraße Richtung Bozen, Ausfahrt Lana raus, oben links über die Schnellstraße drüber und dann wieder rechts Richtung Bozen: Wir haben erfahren, daß zwischen Sinnich und Burgstall eine Ver- und Entsorgungsstation steht, welche wir nach ca. 1 km hinter einer Shell-Tankstelle auch finden – echt italienisch problemlos (Vorsicht mit ”italienisch”: wir sind in Südtirol!!!), mit Bodeneinlass (ca. 3 mtr. breite Rinne) zum Drüberfahren, Einrichtung zur WC-Cassetten-Entsorgung und Frischwassersäule zur Versorgung. Alles kostenlos. Warum geht´s eigentlich in Deutschland nicht so einfach?

Nach erfolgreicher Ver- und Entsorgung und getätigten Resteinkäufen im CC-Markt in Lana fahren wir hoch ins Ultental, decken uns noch mit dem einen oder anderen “Feuerwässerchen” beim “Kapaurer” ein und erreichen schliesslich den Parkplatz des Skigebiets. Diesmal wählen wir gleich den oberen, ruhigeren und einigermassen geraden Platzteil, zumal’s auf dem unteren Gelände ziemlich matschig aussieht.

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Müssen wir eben ein Stück Fußmarsch zum Lift akzeptieren, aber oben ist´s einfach schöner und ruhiger und die Skier, Stöcke und Stiefel usw. können wir auch gegen eine geringe Gebühr beim Skiverleih am Lift deponieren.

Vom 20.03. – 25.03. haben wir vor hier stehen zu bleiben und so richtig schön Ski zu fahren, also richten wir uns hier fest ein. Danach beschliessen wir, an der Talstation bei Walter (“Bar Walter”) reinzuschauen um “Hallo” zu sagen und anschliessend gleich unsere Skipässe zu kaufen. Kinder müssen dieses Jahr bereits ab 6 Jahre bezahlen (Nico ist daher ausnahmsweise mal noch nicht 6) und wir dürfen sogar heute noch ohne Karte hochfahren. Also machen wir dies auch und melden Nico gleich zum Skikurs von Montag – Donnerstag an. Ansonsten haben wir heute nichts mehr vor und kehren dann bald zum WOMO zurück, um zu Abend zu essen, ein paar Spiele zu machen und früh schlafen zu gehen.

Am nächsten Morgen, nach absolut ruhiger Nacht, wachen wir bei strahlend blauem Himmel und Sonnenschein auf, machen uns nach dem Frühstück “pistenklar” und ziehen los.

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Die Pisten- und Schneeverhältnisse und das Wetter sind traumhaft und so fahren wir heute auf gewohnt leeren Pisten für den ersten Tag doch schon recht intensiv Ski.

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Zum Glück gibt´s hier oben auch noch ausreichend Möglichkeiten, Pausen einzulegen und ein wenig auszuruhen:

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Leider bleibt das Wetter nicht so schön wie an den ersten Tagen, dafür bekommen wir, wie wir am 22.03. morgens feststellen müssen, reichlich Neuschnee: vom 22.03. nachts über den 23.03. ganztags bis zum 24.03. vormittags schneit´s komplett durch.

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Vom Skifahren abhalten kann uns dies aber nicht, zumal der Schnee jetzt natürlich traumhaft ist. Und dem Profi-Nachwuchs macht sowas ja schon gar nichts aus,

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im Gegenteil, die Jagd nach Pokalen und Urkunden geht jetzt erst so richtig los:

Donnerstag, 25.03.2004 Leider geht auch die Zeit hier oben recht schnell vorüber, aber wir haben uns noch mit unseren Freunden Jutta und Frank in Nesselwang verabredet, wo wir heute abend eintreffen sollten. Nachdem wir nochmal ausgiebig gefahren sind, beenden wir die Skisaison und nehmen uns zum letzten Mal die Talabfahrt vor, um uns von Walter und Frau (natürlich von Walters Frau, nicht von meiner) zu verabschieden, wobei wir wieder mal den Wunsch aussprechen, auch mal im Sommer hierher zu kommen – prompt erhalten wir eine Einladung für den Sommer auf die Alm.

Schließlich mit dem gesamten Geraffel zum WOMO zurückgekehrt, räumen wir auf, machen alles Dingfest und tuckern so langsam Richtung Tal zurück, um erstmal zu entsorgen und etwas Frischwasser zu tanken. Kurzfristig wie immer planen wir aber nochmal um und beschließen, daß wir heute abend noch nach Meran rein zum Bummeln und Essen wollen, also fahren wir wieder zum Übernachten zur Trabrennbahn – diesmal aber weiter nach hinten, wegen der Container usw. Die Schranke ist wieder offen, das Kassenhäuschen unbesetzt. Unsere Bekannten informieren wir telefonisch über die Terminverschiebung und machen uns dann zu Fuss auf den Weg in die Stadt und spazieren zwische Palmen und blühenden Blumen zu den und durch die “Lauben” zum Pizzaessen sowie auf ein Gläschen Wein (Nico natürlich Spezi) bei “Gaston”. Gegen später kehren wir zum Stellplatz zurück und gehen schlafen. Am nächsten Morgen rattern zwar die Busse wieder, Container und Radio-Beschallung bleiben aber aus und so können wir noch ein wenig ausschlafen. Nachdem wir mit dem Frühstück fertig sind, wollen wir losfahren aber: die Schranke ist zu!
Also vor zum Kassenhäuschen und tatsächlich: diesmal kostet´s “läppische” EUR 10,00!?
Nicht ohne entsprechenden Kommentar (Meran legt anscheinend auch keinen Wert mehr auf mobile Gäste) fahren wir vor zur Schranke – und was passiert? Diese geht von alleine auf, ohne daß ich die Karte eingesteckt habe. Werden wir hier etwa verarsc.. ?

Wir denken an die schönen Tage im Skigebiet, riechen irgendwie den Frühlung, sind zufrieden und fahren von dannen. Die Vorfreude auf den Frühling hält durchs Vinschgau und über den Reschen genau bis Landeck an, aber hier, kurz vor dem Fernpass, fängt´s plötzlich bei -3° C an zu schneien wie die S.. ! Der Schneefall ist nicht nur ein Schauer und nach einem Tankstopp in Heiterwang kämpfen wir uns bis zum Stellplatz in Nesselwang durch, wo uns Frank und Jutta mit einem freigeschippten Plätzchen überraschen.
Nachdem Frank das Thema ganz dezent auf unseren Brauereibesuch von Weihnachten gelenkt hat, vertiefe ich dieses Gespräch und irgendwie sitzen wir dann ganz plötzlich im Bus nach Pfronten-Ried zum Brauhaus Falkenstein.
Der Schneefall hat zwischenzeitlich derartige Dimensionen angenommen, daß keine Chance besteht, daß noch ein Bus zurückfährt. Also schnell rein in den am Bahnhof bereitstehenden Zug – natürlich ohne Fahrkarten weil´s hierfür nicht mehr reicht, dafür aber mit einem auf dieser Strecke nicht üblichen Kontrolleur. Mit viel Glück und eigenartigen Argumenten (was können wir schon für dieses Wetter?) kommen wir jedoch um 4 x EUR 40,00 Schwarzfahrergebühr herum und können normale Tickets nachlösen, wie wir es eigentlich auch vorhatten (Nico kostet mal wieder nix) und so war dies doch noch ein schöner “Nichtfrühlingsabend”.

Der nächste Tag beginnt dafür mit Ärger: Nico meint, seine Klettertouren ins WOMO-Bad verlegen zu müssen. Beim zugehörigen Absturz und der Meinung, der Wasserhahn könnte als Haltegriff dienen, haben wir mal wieder einen Schaden. Der Brausekopf vom Waschbecken kann maximal noch als Spielzeugtelefon herhalten und ich habe für Zuhause wieder was zu Tun (weil ich ja noch nicht genug Arbeit habe):

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Ansonsten verläuft der Tag vollends ohne besondere Vorkommnisse und am Sonntag, 28.03.2004 verabschieden wir uns von Frank und Jutta, die ebenfalls nach Hause fahren und trudeln so um ca. 14:00 wieder Zuhause ein.

Dem Wetter und den Temperaturen nach scheint´s jetzt aber tatsächlich Frühling zu werden – oder?

Winterurlaub Ultental

Skiurlaub 2001 / 2002 / 2003 / (geplant 2004) -  Ultental/Südtirol

 

Jetzt, im Dezember 2003, naht wieder die  nächste Skisaison. Trotz der derzeit gar nicht winterlichen Witterung kommen so  langsam doch die ersten Skigedanken und -planungen auf. Zum Glück fallen uns  diese nicht allzu schwer – Österreich fällt für uns ja schon mal flach!

Was also bleibt, ist unser Geld a. vor der Grenze – also im Allgäu oder b. hindurch durch “A” und nach der Grenze – also in Südtirol auszugeben.

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Da das Allgäu für uns aber von der Entfernung her eher ein Kurztrip ist  (allerdings kann man hier – entsprechende Wetterlage und Schneehöhen  vorausgesetzt – auch tolle Winterurlaubstage verbringen) kommt für uns für den  Skiurlaub doch eher Südtirol in Frage. Also fahren wir seit 3 Jahren um Ostern oder Fasching herum ins Ultental. Ultental? – Wo is´n das? Genau diese Frage stellen glücklicherweise noch viele. Aber für unsere reisemobilen Freunde wollen wir mal nicht so sein und ein bisschen was rauslassen – alle anderen lesen jetzt bitte nicht weiter.

Also, los gehts: Wir fahren von uns aus in Kirchheim/Teck (Ost) auf  die A8 Stuttgart-München um gleich ein paar Kilometer weiter in einen neuen  Schwachsinn zu geraten: am Aichelberg, den ich eigentlich locker mit 80 – 90  km/h rauffahre und wo seither ein Überholverbot für LKW ab 7,5 t galt, gilt  dieses jetzt generell für LKW, also schon ab 3,5T ! Wenn`s jetzt absolut dumm  läuft, fahr ich mit 30 km/h hinter einem LKW her (mach´ ich aber aber auch weil  die Polizei öfters irgendwo an der Strecke steht und schaut, daß Geld rein  kommt) und “zuckel” evtl. bis Ulm hinter diesem her, falls die elektronischen  Anzeigen nicht vorher “freigeben”. In Ulm/West fahren wir runter, durch Ulm durch (Vorsicht, stationäre “Blitzer”!) bis Hittistetten und dort auf die A7 Memmingen – Kempten – Füssen, aber nicht bis zum Autobahnende sondern in Oy-Mittelberg/Nesselwang raus. Durch Nesselwang durch (wenn man dort auf dem Stellplatz nicht Station machen möchte, in diesem Fall nach dem Ortseingang rechts hoch zur Alpspitzbahn) und auf der Nebenstrecke am Weissensee vorbei zum Grenztunnel Füssen – Reutte. Dann fahren wir immer am Limit durch “A” durch (Tankstopp erlaubt weil wenigstens das noch billig ist) über den Fernpass bis Nassereith / Imst. Achtung ab Imst: immer auf der B171 parallel zur Autobahn bleiben und durchs Zentrum von Landeck fahren! (Grüne Schilder “Reschenpass” könnten Euch auf die Autobahn lotsen bzw. in den Tunnel unter Landeck hindurch und das ist 1. Vignettenpflichtig und bringt 2. grade mal so um die 10 Minuten Zeitvorteil). Nach Landeck gehts zum Reschenpass hoch und am See (Kirchturm im See aber im Winter kaum Wasser) vorbei durchs schöne Vinschgau bis Meran. Dort konnte man seither auch stehen, aber den Stellplatz auf dem Parkplatz am Bahnhof gibt´s leider nicht mehr – Höhenbegrenzungen! Evtl., so wurde uns mitgeteilt, kann man an der Pferderennbahn stehen, haben wir aber noch nicht getestet. Nach Meran gehts auf die “MEBO” (Schnellstrasse Meran-Bozen) – aber nur für ein kurzes Stück. In Lana fahren wir dann bereits wieder runter und oben rechts nach Lana. (Eigentlich stimmt das nicht ganz, denn wir fahren immer erst links nach Sinnich. Dort, an der Tankstelle (Shell???), füllen wir für “Etwas in die Kaffeekasse” unsere Wassertanks und -kanister und haben dann 300 Liter Wasser an Bord (im Ultental gibts keine uns bekannten Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten). Dann gehts aber wirklich nach Lana. Also zurück, über die Autobahn drüber und vor Lana an der Ampel links und deutlich in den Ort rein, bis Schilder scharf rechts hoch Richtung Ultental weisen. Hört sich blöd an – hoch ins Tal. Aber es geht wirklich hoch!!! Wenn die ersten Serpentinen geschafft sind, gehts aber wieder etwas gemächlicher und weitläufiger ins Tal rein. Tipp: Zwischen St.Pankraz und St.Walburg kommt links der Strasse eine Abzweigung Richtung Proveis. Und da links runter und kurz danach wieder links und Ihr steht im Hof einer “Schnapserei” (Kapaurer). Ist nicht ganz billig das Zeug, läßt sich aber auch recht gut trinken und die Auswahl ist groß (für die Damen gibt´s auch Süsses). Weiter nach St.Walburg, wo man, falls noch etwas benötigt wird, einkaufen sollte und  dann – fast am Stausee vorbei – rechts nochmal kräftig hoch zum Skigebiet  “Schwemmalm”. Wir stehen da fast immer (selten gesellt sich noch das eine oder andere Wohnmobil dazu) auf dem Parkplatz – schräg gegenüber der Skilift.  Bis jetzt hat noch niemand etwas gewollt. Gegenüber gibt es auch noch die Bar (“Bar Walter”), wo man Kleinigkeiten zum Essen und etwas zu Trinken bekommt, WC´s hats auch. Der Parkplatz an sich (1500 m Höhe) ist zwar elend schräg, aber mit einseitig Keilen gehts schon. Allerdings ist der Parkplatz nicht asphaltiert (Schmutz bei Nässe!)

Leider ist direkt am Lift seit letztem Jahr die Nachtruhe etwas gestört – der  Besitzer der neu erbauten Pizzeria meint, die Aussenlautsprecher auch nachts  eingeschaltet lassen zu müssen. Aber weiter oben, auf dem anderen Parkplatz (der  auch nicht so schräg ist) ist´s etwas ruhiger, aber auch weiter vom Lift  weg.

Evtl., so habe ich gehört, kann man aber auch unten im Ultental am Ende des  Stausees in Kuppelwies auf einem Parkplatz stehen – dort soll´s auch  Einkaufsmöglichkeiten geben. Dort fährt angeblich auch der Skibus vorbei, mit  dem man in diesem Fall zum Skigebiet hoch kommt. Oben auf dem Parkplatz gibt´s – abgesehen von der Bar und der Pizzeria nichts – was man braucht sollte man also dabeihaben, will man sich die Runter- und wieder Hochfahrerei ersparen!

Noch etwas zum Skigebiet: Geht rauf bis ca. 2.700 m Höhe und hat diverse Liftanlagen. Wir bezeichnen es als gemütlich und ausgesprochen Familienfreundlich und es gibt, von ein paar Tagen abgesehen, kaum bis keine Wartezeiten an den Liften. Für absolute Oberprofis könnte es nach einer gewissen Zeit etwas Langweilig werden, aber für Familien, auch wenn gut gefahren wird, ist´s unserer Meinung nach ausreichend (Ischgl ist´s natürlich nicht). Dafür  sehen aber auch die Preise etwas anders aus: Beispiel März 2003: Skipass 6 Tage € 93,– = € 15,50 / Tag. Kinder zahlen erst ab 14 Jahre. Kinderskikurs Mo -  Fr je 3 Stunden € 78,–.

Und wenn man um Ostern herum da ist, ist die Rückfahrt ein Erlebnis. Schnee  im Skigebiet und die Apfelblüte im Tal bei Meran und “kurze-Hosen-Temperaturen”,  muß man erlebt haben!

Zu beneiden ist, wer dann zum Abschluss noch ein wenig Zeit für Meran oder  Dorf Tirol hat (dort gibt´s einen – schrägen – Busparkplatz, der auch als  Wohnmobilstellplatz genutzt wird). Ausserdem entstehen hier in letzter Zeit  immer mehr private Stellplätze bei Gaststätten usw. und die Campingplätze machen  so nach und nach (Meran um Ostern herum) wieder auf. Ein Rätsel ist uns  allerdings, wo die Italiener entsorgt haben, die im vorletzten Jahr mit 3  Fahrzeugen 5 Tage lang neben uns gestanden haben!