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Das skandinavische Jedermannsrecht – kein Freibrief für alles!!!

Viele Besucher dieses Blogs wissen es bereits:
Wir verschmähen zwar die Sonne des Südens nicht, sind aber bekennende Nord-Fans. Dies kann zwar auch immer wieder mal die deutsche Nord-oder Ostseeküste sein, gerne begeben wir uns aber auch etwas weiter übers Wasser und besuchen regelmäßig die skandinavischen Regionen.

Jetzt stellen wir hier im Blog bei unseren Besuchern ein immer stärker werdendes Interesse an diesen Nordeuropäischen Reiseländern fest. Dies kommt sicherlich nicht zuletzt von den wunderbaren Gegenden und Landschaften und der Möglichkeit, eine vermeintlich grenzenlose Freiheit geniessen zu können.
In Verbindung hiermit wird auch immer wieder das skandinavische Jedermannsrecht angesprochen – aber Vorsicht!
Alles darf man nicht!
Eigentlich ist es nichts anderes als in Deutschland auch – man darf  sich in der Natur aufhalten und diese nutzen.
Aber in Grenzen und ohne Zerstörung, Vermüllung, Belästigung!

Da das Jedermannsrecht – und das haben wir leider selbst schon öfters erleben müssen – von manchen falsch interpretiert wird (daher kommen wahrscheinlich auch die in letzter Zeit vermehrt aufgestellten “Camping-Forbud-Schilder”) haben ich mal den kompletten Text des “Jedermannsrechts” hier eingestellt:

Das skandinavische Jedermannsrecht:

Im Prinzip können Sie sich in Norwegen überall in der Natur frei bewegen, solange nichts anderes angegeben ist. Unzählige Möglichkeiten, um eine erlebnisreiche Erkundungstour zu machen! Das Jedermannsrecht (norwegisch: Allemannsretten) ermöglicht es Ihnen, sich in der Natur zu bewegen, d.h. am Strand, im Wald, im Gebirge und in anderen Gebieten, die nicht erschlossen sind.

Gesetzlich verankert ist das Jedermannsrecht nur in Norwegen.
In den restlichen skandinavischen Ländern (Finnland und Schweden) ist das Jedermannsrecht nur grob übernommen bzw.  sinngemäß geschrieben wobei  Finnland die Grenzen des Erlaubten teilweise im Naturschutzgesetz bzw. dem Strafgesetz festgelegt hat und man in Schweden vom “allemansrätt” spricht, wozu es einen kurzen Text im Grundgesetz gibt.

 

Sich frei bewegen, genießen und sich erholen – nicht zerstören.
So könnte man das Jedermannsrecht knapp zusammenfassen. Was sollten wir wissen, wenn wir uns als Touristen in Schweden, Finnland und Norwegen aufhalten?

Zelten

Man darf ein paar Tage in der Natur zelten. Wenn beabsichtigt ist, längere Zeit zu zelten , sollten das mit dem Grundbesitzer abgeklärt werden  In Norwegen ist das Zelten auf 2 Tage beschränkt.

Es ist aber verboten, ohne Genehmigung des Besitzers landwirtschaftliche Nutzflächen zu betreten. Dazu zählen auch Wiesen, Rodungen, Baumschulenfelder und ähnliche Gebiete wo eine öffentliche Passage dem Besitzer schaden könnte. Sie müssen sich überall vorsichtig bewegen, so dass weder die Natur noch das Eigentum Schaden nehmen.
Nehmen Sie Rücksicht auf Tiere und Personen, die sich in dem Gebiet befinden.

Im Gebirge und fern von bewohnten Gebieten darf man jedoch auch länger zelten. An Schwimmstränden ist das Zelten meist nicht erlaubt. Bitte entspr. Verbotsschilder beachten.

 

Wohnmobil, Auto, Motorrad:
Gelände befahren

Das Jedermannsrecht gilt nicht für Autotouristen. Mit dem Auto, dem Motorrad oder dem Wohnmobil darf natürliches Gelände nicht befahren werden. Auf öffentlichen Straßen oder Parkplätzen ist das Übernachten im Wohnmobil erlaubt. Fahrzeuge dürfen auf einem Parkplatz abgestellt werden um dann auf einer Wiese zu zelten.

Wandern, Radfahren, Reiten, Ski fahren.

Wandern, Radfahren, Reiten, Ski fahren ist generell erlaubt . Man sollte dabei jedoch keine weichen Böden, wie beispielsweise Moore, Flechten oder Islandmoos beschädigen.

Feuer machen

In Norwegen ist das Feuer machen zwischen dem 15. April und dem 15. September grundsätzlich verboten. Finnland schreibt vor, dass man ohne Erlaubnis des Eigentümers nie offenes Feuer machen darf.
Auf Felsuntergrund ist das Feuer machen verboten, da der Untergrund durch die Hitze bersten kann.
In Schweden ist es nicht generell verboten, Feuer in der Natur zu machen. Allerdings sollte man natürlich bei Feuergefahr (Hitze, Trockenheit) auf ein Lagerfeuer verzichten.

Beeren, Pilze, Blumen pflücken

Pilze, Waldbeeren und ungeschützte Blumen dürfen gepflückt werden.
Geschützt sind in Schweden beispielsweise alle Orchideenarten, sowie in Finnland geschützte Arten wie z.B der Eisenhut oder die Küchenschelle . Behörden geben Auskunft.

Das Pflücken von Moltebeeren ist erlaubt, aber nur zum sofortigen Verzehr. In Troms oder der Finmark ist das Pflücken von Moltebeeren verboten. Auch im finnischen Lappland kann das Pflücken von Moltebeeren zeitweise untersagt sein (bitte entsprechend erkundigen).

Fischen und Jagen

Fischen und Jagen sind nicht im Jedermannsrecht inbegriffen, deshalb sollten Sie sich zuerst nachfragen. Eisfischen ist erlaubt, aber wenn Sie mit Wurfangeln arbeiten, Fliegenfischen oder mit Reusen und Netzen Fische fangen wollen, dann sollten sie sich zuvor erkundigen, wo dies zulässig ist. Meist ist eine regionale Angelerlaubnis nötig (oftmals im regionalen Einzelhandel oder in Tourist-Infos erhältlich). Wichtig ist auch, sich über die zulässigen Ausfuhrmengen zu informieren. Zuwiderhandlung kann teuer werden!!!

Boot fahren

Sie dürfen sich frei auf allen befahrbaren Gewässern bewegen und dürfen ihr Boot auch vorübergehend an Land ziehen und am Ufer festmachen.

Hunde

Hunde müssen angeleint werden. Falls Sie mit ihrem Hund in den Bergen wandern wollen, sollten Sie sich zuvor erkundigen, ob das erlaubt ist. So dürfen Sie beispielsweise keine Hunde in die schwedischen Nationalparks mitnehmen.
Bitte entsprechende Einfuhrbestimmungen beachten (Impfungen, Wurmbehandlung etc.)

Freiheit und Verantwortung – so könnte man das skandinavische Jedermannsrecht wohl am besten umschreiben. Genießen Sie die Natur, aber lassen Sie Anderen auch etwas davon.

Wohnmobilaufbrüche in Schweden / “sichere” + unsichere Plätze

Hallo Miteinander!

Nachdem in letzter Zeit vermehrt Suchanfragen zu diesem Thema (oder ähnliche) hier im Blog ankommen, möchten wir mal ein wenig unsere Erfahrungen hierzu schildern:

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1. Uns selbst ist so etwas in Norwegen/Schweden noch nie passiert, obwohl wir in der Vergangenheit regelmässig, d.h so alle 2-3 Jahre in Skandinavien unterwegs waren.
2. Bekannten von uns wurde auf einem Parkplatz, allerdings nach einer “Einladung” das Handy bzw. eine Handtasche aus dem Fahrzeug geklaut (am Tag bei einer Pause).
Einladung heisst:
1 x Handtasche auf der Sitzbank bei geöffneter Schiebetür und 1 x Handy auf dem Armaturenbrett. Jeweils bei Pausen auf einem Parkplatz an der E6, jeweils keine Personen im Fahrzeug (= an den Bänken/Tischen vom Parkplatz), jeweils Fahrzeuge nicht abgeschlossen
= selber Schuld!
3. In den letzten Jahren wurde uns öfters von Überfällen erzählt, auch von LKW-Fahrern.

Wir selbst haben es uns abgewöhnt, genau so wie an deutschen Autobahnen, in Schweden direkt an den Fernverkehrsstrassen (E4, E6, E12, E14, E18, E20 usw. oder in direkter Nähe hierzu) zu übernachten. Denn (fast) nur hier passieren diese Überfälle!

Bei den vermeintlichen Tätern handelt es sich laut Berichten meist um Mitglieder organisierter (meist osteuropäischer) Banden  (Bulgarien, Rumänien), welche diese Straßen regelrecht “abgrasen” auf der Suche nach LKW’s und Reisemobilen.
Bei den LKW’s sind sie meist auf das komplette Fahrzeug aus, zumindest auf die Zugmaschinen, bei den Wohnmobilen auf den (materiellen) Inhalt. Bei der Vorgehensweise hört man z.T. von ziemlicher Brutalität, so werden LKW-Fahrer angeblich mit schwerem Werkzeug (Stemmeisen etc.) oder sogar mit Schusswaffen bedroht nach dem Motto “komm raus, wir kriegen dich bzw. das Fahrzeug so oder so! Daher stehen die Trucks oft gemeinsam und selten alleine.
Die Gründe liegen auf der Hand: die Banden kommen auf diesen Strassen ziemlich schnell wieder weg und voran, was im Landesinneren in Skandinavien natürlich nicht der Fall ist. Ausserdem sind die Strassen mit viel (Fern-) Verkehr interessanter.
Und schnell voran kommen heisst natürlich auch schnell Richtung Ostsee und schnell Richtung Fähre kommen.

Sehr gefährlich ist’s dann, wenn der Parkplatz von der Durchgangsfahrbahn aus nicht einsehbar ist (z.B. hinter einem Hügel etc.). Hier müssen die Typen dann nur kurz in den Platz reinfahren , schauen was es Interessantes gibt, schnell zuschlagen und schnell wieder weiter.

Wir selbst übernachten in Schweden/Norwegen sehr oft frei d.h. wenn wir einen schönen Platz finden, bleiben wir dort auch aber:
Nie an Hauptverkehrsstraßen und schon gar nicht dann, wenn der Platz von dieser Straße aus nicht einsehbar ist (gilt nicht für Nebenstrassen, da darf’s gern ein bisschen abseits sein!) .

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Irgendwo in der “Pampa”, an einem See oder im Gebirge usw. bleiben wir dann aber fast immer wenn’s uns irgendwo gefällt. 

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Oft stehen dann auch schon Womos da  oder es gesellt sich im Laufe des Abend noch eins dazu.

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Auf diesen Nebensträsschen sind die Diebesbanden (unseres Wissens nach) nicht unterwegs – lohnt sich nicht. Und dass es Schweden sind, welche an den Überfällen beteiligt waren haben wir nun schon mal noch gar nie gehört!
Ausserdem gilt in Skandinavien (“Jedermannsrecht”) auch: beim Übernachten niemanden stören, nichts zerstören und möglichst außer der Sichtweite von, zumindest aber in angemessener Entfernung zu (bewohnten) Häusern bleiben.

Und wie schon oft von mir bemerkt:
Bei uns entscheidet das “Bauchgefühl” mit:
Gutes Gefühl = wir bleiben, eigenartiges bzw. schlechtes Gefühl = wir fahren weiter.
Dies gilt auch dann, wenn eigenartige Typen mit auffälligem Verhalten “herumlungern”. Notfalls dann lieber mal weiter auf einen Campingplatz  wenn sich gar nichts anderes findet (was in Südschweden an der E6 z.B. aber auch nicht immer so toll ist). Ansonsten gibts in Skandinavien immer wieder kleine schnuckelige Campinplätzchen, die dem “freien Stehen” oder einem Stellplatz oftmals recht nahe kommen. Sind aber meist für unser Gefühl (für das, was geboten wird) verhältnismäßig teuer.
Und wir sind halt mal keine “Campingplatzfans”.

Abschliessend noch ein kleiner Tipp zu immer wieder netten Plätzen, etwas weg von der Straße und nicht gleich für jeden sichtbar:

Bevor es in eines der reichlich vorhandenen Tunnels rein geht, kommt man evtl. noch auf die alten Straßen links oder rechts vorm Tunneleingang/-ausgang (die heute keine genutzten Straßen mehr sind, da oft nicht durchgehend = Sackgassen) welche früher, bevor die Tunnels gebohrt wurden, um den Berg herum führten. Hier bietet sich oftmals eine wunderbare Möglichkeit frei, schön und ungestört zu übernachten und nicht selten sogar mit Zugang zum See oder Fjord mit Angelmöglichkeit.

Das hat auch den Vorteil, dass der Krach den der sehr eigenartige skandinavische Straßenbelag oft erzeugt nicht so hörbar ist.

Hier noch ein paar Bilder von einem dieser Plätze hinter Tunnels (oberes Bild links vom Tunnel hinter den Büschen):

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In Norwegen habe ich von Überfällen noch nie gehört, wobei ich in der südlichen Ecke so um Oslo rum (E6!) auch (noch etwas mehr als sonst) vorsichtig bin!

 

Demnächst schreibe ich noch etwas über eine andere Möglichkeit, in Schweden schön (frei) zu übernachten – muss nur erst noch etwas in meinen Unterlagen kramen.

Typisch Deutsch oder typisch Wohnmobiler???

Nur ein paar Gedanken zur „Womo-Szene“  – bitte nicht aufregen!

Einmal im Monat erwarte ich gespannt die Zustellung der neuen Ausgabe „unseres“ Reisemobil-Magazins.

1. Schritt: Durchsicht der Leserbriefe
2. Schritt: Durchsicht der Stellplatzangebote
3. Schritt: Lesen des Magazins von vorne bis hinten

Der 1. Schritt belustigt, verärgert und verwundert mich meistens gleichermaßen:

Wir haben ein wunderbares Hobby. Und für viele ist das Wohnmobil-Reisen sogar noch viel mehr als nur ein Hobby.
Aber vielleicht fehlt vielen die langsame, stetige Entwicklung hierzu.
Geht es vielen vielleicht zu schnell mit dem Einstieg ins „reisemobile Leben“?
Kredit aufnehmen oder – wenn’s geht – Haus und Hof verkaufen und her mit dem Wohnmobil. Und ab ins neue Leben. Kann das so funktionieren?

Manchmal denke ich, manche sollten erst einmal ein paar Tage (Wochen) im Zelt oder im Klein-Camper verbringen bevor sie als „Einsteiger“ mit dem großen/tollen/teuren/besseren … Reisemobil loslegen.

Warum ich das denke?
Eigene Beobachtungen auf Stellplätzen und o.g. „Schritt 1“.

Auf Stellplätzen müssen wir leider immer mehr Intoleranz und ein eigenartiges Verhalten untereinander feststellen. Nicht dass wir jetzt großen Wert darauf legen, mit jedem gleich per Du zu sein oder über ein paar Bier zu großen Verbrüderungsszenen zu gelangen (wobei ich nichts gegen ein paar Bier habe …), aber als „Gleichgesinnte“ kann man immer weniger Mobilisten bezeichnen.

Man grüßt sich unterwegs nicht mehr bzw. immer weniger.
Man schlappt auf dem Stellplatz ohne „Guten Morgen“ oder ein „Hallo“ aneinander vorbei, sitzt hinter geschlossenen Vorhängen im Mobil, beobachtet und notiert, was andere so tun und schreibt nach der Rückkehr einen Leserbrief über lärmende Kinder oder kläffende Hunde.
Man lästert über die „alte Schrottkiste“ von nebenan oder den „eingebildeten Affen mit seinem Protzmobil“.

Sicher, wenn ein Platz eh’ schon voll ist, sollte man nicht gerade für Bekannte die später anreisen mittels Stühlen etc. reservieren. Entweder man kommt zusammen an oder derjenige, der später kommt hat eben einfach Pech gehabt, wenn’s voll ist. Und wenn’s nicht voll ist? Muss man immer unbedingt nebeneinander stehen? Aber wer zuerst kommt malt zuerst (ist zwar ein alter Spruch, aber es ist halt mal so)!
Aber muss man sich via Leserbrief jetzt auch schon beschweren, wenn (Zitat = aus einem Leserbrief der Ausgabe 3/2014 unseres Reisemobil-Magazins): „jemand auf parzellierten Plätzen Reservierungen in Form von Stühlen vornimmt, obwohl weit und breit kein anderes Fahrzeug zu sehen ist“ und den Nachbarn auch noch darauf ansprechen? Sorry – aber gerade wenn ein Platz leer ist machen wir das auch (uns ausbreiten), gerade dann stört’s ja (eigentlich) Keinen. Und theoretisch habe ich, wenn ein Platz leer ist, ja gar keinen (direkten) Nachbarn.
Muss man einen Leserbrief schreiben, wenn in einem Reparaturtipp statt von einem „Schraubendreher“ von einem „“Schraubezieher“ die Rede ist. (Leserbrief aus 4/2014)

Man beschwert sich über „sauteure“ Stellplätze, fordert aber gleichzeitig alles Drum und Dran bis hin zu Dusch-/Sanitärcontainern, Waschmaschinen und Trockner und, und, und …
Man erwartet den Bäcker am Morgen, das Restaurant um die Ecke für abends, den See vor der Womo-Tür und die Seilbahn zum Berg direkt nebenan, 50 Meter ins Stadtzentrum und zum Supermarkt aber dabei auch völlige Ruhe – und das alles möglichst umsonst.
Und sollte es doch was kosten haut man dann – falls möglich – morgens bevor der/die  Kassierer(in) kommt schnell ab, um ein paar Euros zu sparen.

Wenn man lange und viel unterwegs ist, braucht man das mit den Containern, Duschen, Wäschetrocknern etc. schon mal – keine Frage. Aber hierfür gibt’s ja auch noch Campingplätze, genauso wie für lange Aufenthalte. Oder Stellplätze, welche man an Hand dieser Ausstattung gezielt anfahren kann. Muss man dann eben auch bezahlen! 
Irgendwie habe ich aber in letzter Zeit das Gefühl, der Grund-gedanke des Urlaubs mit dem/im Reisemobil und der Übernachtung auf Stellplätzen geht immer mehr verloren und manchem „Neu-Mobilisten“ auch völlig ab.

Eigentlich habe ich das Gefühl, viele tun sich mit dem Erwerb eines Wohnmobils nicht Gutes: Überforderung, generelle Unzufrieden-heit, Neid oder nur die Enttäuschung darüber, dass eben doch nicht alles so toll ist und funktioniert wie man sich das vorgestellt hat mit der „großen Freiheit“.

Bei anderen Hobbies (Modellbau, Fotografie oder auch beim Sport) stellt man einen ganz anderen Zusammenhalt und Umgang mitein-ander fest als beim Hobby Reisemobil.

Ich möchte hier nicht auch noch nur motzen und maulen.
Aber:
Wir haben das Wohnmobil wegen dem freien Reisen, dorthin wo wir hin wollen und bleiben wie wir möchten.
Wir haben (hatten) das Wohnmobil, auch weil wir mit den Kindern einen anderen Urlaub als im Hotel verbringen konnten.
Wir haben das Wohnmobil, weil wir so Küche, Klo und Waschbecken/Dusche dabei haben.
Wir haben das Reisemobil, weil wir weiter ziehen können wenn uns was nicht passt und von vorn herein gar nicht erst bleiben, wenn es uns zu teuer, zu laut oder zu voll ist oder sonst irgendwas ist, was uns nicht gefällt.
Und wir haben das Reisemobil der Entwicklung wegen: eben vom Zelt an über den Klein-Camper zum Aktuellen. Es ist mit den Ansprüchen (und auch mit der Familie) gewachsen und nicht zuletzt
haben wir das Wohnmobil, weil wir uns damit identifizieren können, weil wir damit glücklich sind und weil wir mit dieser Art und Weise unsere freie Zeit zu verbringen zufrieden sind – und weil wir so immer wieder neue Bekanntschaften (manchmal auch Freundschaften) schließen, an die wir uns aber nicht binden müssen und danach wieder tun und lassen können was wir wollen.

Aber wir wissen, wo und wie wir angefangen haben – egal was heute ist: ganz unten und ganz klein!
Und wir brauchen auch heute noch „nur“ kleine, einfache, günstige Stellplätze. Hauptsache V+E ist vorhanden. Und wenn nicht geht’s auch mal ohne.
Wenn wir auf dem zentralen Platz in der Stadt stehen wissen wir, dass es laut werden könnte. Wenn wir frei und allein irgendwo stehen wissen wir, dass es einsam werden wird.
Und auch das ist das Schöne am Wohnmobil: Eigentlich kann das ja jeder halten wie er will – und müsste sich eigentlich später über (fast) nichts beschweren!

Leute! Da gebt ihr 40 – 50.000,- Euro und mehr aus nur um euch ständig zu ärgern? Denkt doch mal ein wenig um. Freut euch über das was ihr habt und gebt den anderen die Möglichkeit, ihre Freiheit auch zu genießen es ist nur ein klein wenig mehr Toleranz nötig – eigentlich sind wir doch alle irgendwie gleich.

Und früher war übrigens nicht alles besser – es war nur alles ein klein wenig anders!

Sollte sich vielleicht mal der Eine oder Andere Gedanken darüber machen – und sich durch meine Gedanken nicht so sehr auf den Schlips getreten fühlen …

Wie Eingangs schon erwähnt – es sind meine ganz eigenen Gedanken hierzu – und die sind bekanntlich (auch) frei.

In diesem Sinne
Hanse

Sommer 2005 Schweden-Norwegen

 Sommerurlaub 2005 / Schweden – Norwegen

Unsere 5500 km – Tour haben wir ohne grössere Blessuren beendet und sind wohlbehalten wieder zurück:

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Es war eine wunderschöne, repräsentative Schweden / Norwegen – Tour. Was wir von früher schon kannten haben wir ausgeklammert und haben dafür andere Dinge intensiver “genossen”.

Vorrangig war für uns diesmal Urlaub. Keine zu langen Etappen, genug Zeit für Besichtigungen und um auch mal irgendwo ein paar Tage bleiben zu können aber trotzdem mit allem was geboten ist: Wälder, Fjorde, Hochebenen, Städte, Gebirge, Seen und Meer.

Wetter überwiegend gut – Eindrücke überwältigend – Erholung spitzenmässig.

Leider gehts schon wieder los, ich hab in nächster Zeit wohl kaum Gelegenheit, einen Reisebericht zu schreiben. Aber vielleicht reichts wenigstens mal für ein paar Bilder vorab.

Kurz und ganz grob aber schon mal vorab unsere Route: Hochdorf – Bockenem – Travemünde – Trelleborg. Schweden: hoch über Växjö – Venjan – Funäsdalen – Grenze Norwegen. Norwegen: unterhalb Trondheim zur Insel Hitra – Kristiansund – Atlantikstrasse – Strynfjell (alte Passstrasse/Videseter) – Sognefjellstrasse/Sognefjord – Lustrafjord – Passstrasse Vikafjell – Sörfjord – Passstrasse Haukelifjell – Fähre Horten-Moss – Grenze Schweden Schweden: Schärenküste oberhalb Göteborg – Göteborg – Växjö – Trelleborg – Travemünde. Abstecher Norddeutschland (Ditzum) – Hann.- Münden – Hochdorf.

Wieder einmal reichte es nicht zum Nordkap: Wir finden die Fjordküste Norwegens und die Hochebenen immer wieder viel zu schön um einfach auf der E6 hoch zu stressen und alles andere links liegen zu lassen (oder auf dem Rückweg rechts) nur um auf einem Felsen über dem Meer zu stehen (und “Eintritt” zu bezahlen) um am Nordkap gewesen zu sein. Irgendwann mal ist vielleicht auch das Nordkap dran – vorher aber mit Sicherheit erst die Lofoten und vieles andere. Oder dies – oder das – und überhaupt gibt´s noch so vieles zu bereisen. Leider stehen unsere Urlaubstage nach wie vor in einem krassen Missverhältnis zu unseren Vorstellungen (unser Geldbeutel allerdings auch).

Am ausführlichen Reisebericht arbeite ich, nach und nach wie´s passt – versprochen!